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Schwerlastverkehr

Marode A45: Neue Route für Schwertransporte aus Südwestfalen

06.01.2016 | 21:00 Uhr
Die Firma Dango & Dienenthal aus Siegen stellt tonnenschwere Maschinen her

Siegen.  Das NRW-Verkehrsministerium weist eine neue Strecke aus dem Siegerland nach Duisburg und Gelsenkirchen aus. Doch Unternehmen und IHK sind skeptisch.

  • NRW-Verkehrsministerium hat Alternativroute für Schwertransporte aus dem Siegerland ausgearbeitet
  • Marode Straßen und Brücken behindern wirtschaftliche Entwicklung der Region
  • Unternehmen zeigen sich skeptisch

Kleiner Lichtblick für Unternehmen in Südwestfalen, die auf Schwertransporte angewiesen sind: Das NRW-Verkehrsministerium hat jetzt je eine Alternativroute aus dem Siegerland zu den Wasserstraßen nach Duisburg und Gelsenkirchen ausgearbeitet, die nicht die maroden Brücken auf der A45 berührt.

Die Ausweichroute umgeht die maroden Brücken auf der A45.

Diese sei aus einer Projektgruppe Schwerlast hervorgegangen, die vor Jahren mit Beteiligung von Unternehmen, Behörden und der Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Region gegründet worden sei. Speditionen mit Schwerlast-Erfahrung hätten eine Empfehlung ausgesprochen, sagte Winfried Pudenz, Abteilungsleiter im NRW-Verkehrsministerium. Eine Verpflichtung, diese Route zu benutzen, bestehe nicht. Unternehmen und die IHK Siegen zeigten sich skeptisch.

Fünf Brücken müssen erneuert werden

Problem: Die Strecke muss für ganz schwere Lasten „in Teilen noch ertüchtigt werden“, wie Pudenz einräumte. Konkret: Fünf Brücken sind kurzfristig zu erneuern. Die habe sich der Landesbetrieb Straßen NRW angeschaut. Das kann Jahre dauern. Zweites Problem: Das bürokratische Genehmigungsverfahren für die Firmen bleibt gleich aufwendig. Durch die Standardisierung der Route könnte allenfalls Zeit bei der Genehmigung eingespart werden. Und Problem 3: Die Transporte brauchen Zeit.

Baustellen
Straßen-NRW-Chefin:

Straßen-NRW-Chefin Elfriede Sauerwein-Braksiek spricht im Interview über die "besonderen Herausforderungen" bei den Baumaßnahmen in Südwestfalen.

„Es gibt keinen Standard bei Transporten in diesen Größenordnungen“, sagt Pudenz. Das sei abhängig vom Gesamtgewicht und der Zahl der Achsen des Lkw. Jeder Transport über 44 Tonnen brauche eine Genehmigung. Bei Mobilkränen mit 80 Tonnen werde es schon jetzt keine Probleme geben, bei mehr Gewicht aber doch. Damit spielt Pudenz auf den Fall des Siegener Maschinenbauers Dango & Dienenthal an, der in diesen Tagen für Aufsehen sorgte. Der Transport eines Zangenträgers für einen Schmiedemanipulator mit insgesamt 211 Tonnen Gewicht an den Rhein wäre wegen maroder Brücken nicht genehmigt worden. So musste das Unternehmen die Einzelteile in den Niederlanden zusammenbauen - mit hohen Mehrkosten.

"Stahl-Hochzeit" an der Lennetalbrücke

Ausweichroute als Lösung? Unternehmen skeptisch

Hätte die Ausweichroute das Problem gelöst? Versandleiter Gerold Textor zeigt sich skeptisch: „Wenn die Ausweichstrecke nicht sofort und für alle Gewichtsklassen offen ist, bringt uns das keine Entlastung.“ Das Unternehmen müsse heute lieferfähig sein und nicht erst, wenn alle Brücken saniert seien: „Diese Zeit ist verschlafen worden.“ Das Problem betreffe 50 bis 60 Betriebe im Siegerland. Einige haben bereits damit gedroht, ihre Produktion aus der Region zu verlagern.

Autobahn
Die Sauerlandlinie als Sanierungsfall

Brücken auf der Sauerlandlinie sind in die Jahre gekommen. Kilometerlanger Stau auf der A45 bei Hagen nach Bruch einer Metallkonstruktion.

Auch die IHK Siegen glaubt nicht an den großen Durchbruch in der Schwerlastfrage. „Wenn die Ausweichroute für die Unternehmen sicher und genehmigungsschnell zur Verfügung stünde, wäre das begrüßenswert“, sagte Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. Bypässe zum geplanten Schwerlast-Korridor als Alternative zur maroden A45 lösten das Problem nicht.

 

Stefan Pohl

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2016-01-06 21:00
Schwertransporte, Südwestfalen, Sauerlandlinie, A45, Bauarbeiten,
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