Mäßiger Optimismus in Sachen Löhrtorbad

Das Löhrtorhallenbad in Siegen.
Das Löhrtorhallenbad in Siegen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Sportausschuss stimmt für einen Arbeitskreis, äußert jedoch Skepsis an Beitrag der Schwimmsport-Vereine. „Die spielen nur auf Zeit“, hieß es unter anderem.

Siegen..  Zuversicht klingt anders als das, was am Mittwoch im Sport- und Bäderausschuss in Bezug auf das Löhrtorhallenbad zu hören war. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder zwar dafür aus, die Verwaltung mit der Bildung einer Arbeitsgruppe zu beauftragen. Diese soll, besetzt mit Vertretern der Fraktionen und der Schwimmsport-Vereine, ein detailliertes Konzept zur Zukunft des Hallenbads erarbeiten. Der Arbeitskreis, so will es der Ausschuss, soll möglichst schnell tagen. Und hier kommt das „Aber“.

Die Schwimmvereinigung Neptun, die sich für den Erhalt des Bads einsetzt, wäre an diesen Gesprächen zu beteiligen. Der Verein ist bereit, die Trägerschaft für das Löhrtorbad zu übernehmen, sofern es auf Schul- und Vereinsbetrieb beschränkt würde (wir berichteten). Sitzungen in den Sommerferien, wie die Verwaltung sie nahelegt, möchte der Verein aber vermeiden, wie die Beigeordnete Babette Bammann zu Beginn der Diskussion mitteilte: Da nämlich sei Neptun am Seelbacher Weiher eingespannt. Um für den Haushalt 2016 Entscheidungsgrundlagen zu haben, das wurde im Ausschuss deutlich, wären jedoch deutliche Fortschritte im Sommer erforderlich.

„Wieso kann Neptun nicht?“, fragte Sachverständiger Horst Hermann. „Ich befürchte: Wenn die jetzt keine Zeit haben, mit uns zu reden – wie wollen die dann das Hallenbad Löhrtor aufrecht erhalten?“. Mit der Skepsis stand er nicht allein. „Wenn ich was will, werde ich doch flott“, sagte Jürgen Rompf (CDU). „Ich habe den Eindruck: Die haben keine Konzepte, die spielen auf Zeit.“

Erster Sanierungsschritt drängt

Unter anderem Andreas Friedrich (Grüne) betonte zudem, dass auch andere Vereine einzubeziehen seien. Aufgerufen seien mehrere, erläuterte Babette Bammann. „Wer an den Gesprächen nicht teilnimmt, zeigt uns, dass er kein Interesse hat.“

Neptun sieht sich nicht im Stande, Geld für den Betrieb des Bads oder die Sanierung aufzubringen. Denn: Das jährliche Defizit des Bads liegt bei 500 000 Euro, der Sanierungsbedarf der nächsten Jahre bei geschätzt 1,6 Millionen Euro, fast 270 000 Euro müssten in Sofortmaßnahmen fließen, um den Betrieb zu erhalten.

Auch deshalb seien Entscheidungen wichtig, so Bammann: „Sonst werden wir in die Sanierungsmaßnahmen peu à peu eintreten müssen“, und das werde erfahrungsgemäß teurer, als ein Gesamtpaket aufgrund verlässlicher Grundsatzentscheidungen. Ob die allerdings etwas bringen, auch da war der Optimismus verhalten. „Hier kommen starke Zweifel auf, ob eine tragfähige Lösung gefunden wird“, sagte Florian Schuster (SPD) über die Vorlage. „Aber wir sollten es auf jeden Fall versuchen.“