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Mädchen und Jungen basteln getrennt

22.02.2012 | 15:49 Uhr
Mädchen und Jungen basteln getrennt
Anna (l.) und Verena vom Gymnasium auf der Morgenröthe basteln eine Schüttellampe.

Siegen-Niederschelden.Energie steht derzeit im Mittelpunkt für 76 Siebtklässler am Gymnasium auf der Morgenröthe. Die Schule nimmt neben elf weiteren Gymnasien im Kreis am ersten Heartbeat-Project der naturwissenschaftlich-technischen Fakultät der Uni Siegen teil. Am gestrigen Mittwoch machte das Niederschelder Gymnasium den Projektanfang und beschäftigte sich mit drei Experimenten zur elektrischen Energie.

„Hier basteln wir mehr, im Physikunterricht wird häufig zu viel geredet“, sagt Anna. Die Zwölfjährige klebt gerade ihre Kupferspule an eine Papierröhre. Wenn sie fertig ist, soll ihre Schüttellampe ganz ohne Batterie leuchten. Es ist das zweite von drei Experimenten für diesen Tag. Ihre Sitznachbarin Verena (13) ist schon ein Stück weiter. Diese Form von Unterricht macht ihr Spaß. „Physik, Mathe und Chemie liegen mir nicht so, aber hier komme ich gut klar“, sagt sie. Es sei auf jeden Fall mal was anderes – nicht ganz so trocken. Was beide Schülerinnen gut finden: Sie sind in der 20-köpfigen Gruppe unter sich und können in Ruhe arbeiten – ganz ohne Jungs. Denn das Gymnasium auf der Morgenröthe ist eine von mehreren Schulen, die die Projekt-Teams nach Geschlechtern trennt.

„Natürlich wollen wir damit nicht ins Mittelalter zurück“, sagt Schulleiter Wolfgang Kempf. Aber manchmal mache es Sinn, getrennt zu unterrichten, damit würden sich derzeit verstärkt Pädagogikexperten beschäftigen. Beim Sportunterricht sei es zum Beispiel üblich, ab und an zu trennen. Jungen und Mädchen hätten verschiedene Herangehensweisen.

„In der neunten Klasse ist es sicherlich zu spät“

„Jungen sind spontaner“, gibt der Physiklehrer ein Beispiel. Sie würden mit dem Versuchsaufbau beginnen, bevor sie die Anleitung gelesen hätten. Mädchen hingegen würden erst lesen.

Die Idee, mit diesem MINT-Projekt in der siebten Klasse anzusetzen, hält er für richtig. „In der neunten Klasse ist es sicherlich zu spät.“ Dann hätten sich oft tradierte Vorstellungen, wie Mädchen taugen nicht zur Physik, durchgesetzt. Bei Fünftklässlern sei es zu früh, weil sie neu an der Schule seien. „In der siebten Klasse sind sie für alles offen“, so Kempf. Einen weiteren Pluspunkt sieht er in den Studierenden, die die Projektgruppen betreuen. Sie hätten einen anderen Zugang zu den Schülern als Lehrkräfte.

Anna-Karina Euteneuer, Christopher Fries und Christian Bayens sind drei dieser rund 60 Helfer. Sie betreuen an diesem Tag Verenas und Annas Gruppe bei den elektrischen Experimenten. Bislang habe es gut geklappt. „Wir waren selbst etwas unsicher“, sagt Anna-Karina. Immerhin sei das auch für sie der erste Schuleinsatz, aber die Gruppe arbeite konzentriert mit.

Irmine Skelnik

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