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Literatur in der Stadt begegnen

29.06.2012 | 19:46 Uhr
Literatur in der Stadt begegnen
Das Vielseitig-Team freut sich auf spannende Begegnungen: v.l.: Wolfgang Stuttner, Babette Bammann, Marielle Banker, Patrick Zöller

Siegen. Begegnungen mit Literaten aus ganz Europa, Schauspielern und Übersetzern verspricht vom 25. bis zum 28. Oktober das Literaturfestival Vielseitig. Nach der erfolgreichen Erstauflage 2010 beschlossen das Kulturbüro des Kreises und die Universität, das Projekt als Biennale fortzuführen. Eine Idee, die bei Land, Stadt und der Volksbank Zuspruch gefunden hat.

„Ich hatte das damals nicht erwartet“, sagt Kulturreferent Wolfgang Suttner. Die als kleines Festival der Uni geplante Veranstaltung habe viele Menschen in die Cafés, Kneipen, auf den Campus und ins Lyz gelockt. So soll es auch dieses Jahr sein. Eröffnet wird die viertägige Biennale mit einer Eigenproduktion. Der TV-Literaturkritiker Dennis Scheck führt am Donnerstag, 25. Oktober, durch ein Kabarettprogramm mit Marcus Jeroch, Christine Prayon und Wolfgang Nietschke. Mit Starbesetzung soll das Festival am Sonntag, 28. Oktober enden. Uwe Ochsenknecht wird „Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch anzufangen“ des isländischen Bestsellerautors Hallgrimur Helgason interpretieren. „Erstmals konnten wir auch das Museum für Gegenwartskunst als atmosphärischen Raum für Lesungen gewinnen“, so Patrick Zöller, der vom Kulturbüro aus die Organisation übernommen hat. Im MGK soll Kinder- und Jugendromane gelesen werden. Das übernimmt das Studienseminar um Professor Dr. Peter Gendolla und Dr. Natasza Stelmaszyk. Die Studierenden organisieren an dem Wochenende auch ein „All you can read“ im Café Collective, bei dem Kommilitonen aus dem Ausland ihre liebsten Teste in ihrer Muttersprache vortragen und dann übersetzen lassen.

Lesungen und Dozenten-Duell

Ein Konzept, das auch für die geplanten Autorenlesungen gilt. „Wir wollen Veranstaltungen machen, die wir selbst auch sehen wollen“, sagt die Studentin Marielle Banker. Sie gehört zu dem Projektseminar, das von der Uni-Seite aus für das Konzept und die Realisierung zuständig ist. Außer dem All You can Read wird es auch Lesungen auf dem Campus und ein Dozenten-Duell im Schellack geben. Die Professoren lesen aus ihren Lieblingstexten, und das Publikum entscheidet, wen es in der nächsten Runde noch einmal hören will. Selbst Literatur produzieren können Besucher im Lyz. Dort soll die interaktive Text/Wortinstallation „Rabot Pòete“ statt finden.

Nach dem Erfolg der Erstauflage konnten nun sowohl die Stadt Siegen als auch die Volksbank Siegerland als Sponsoren gewonnen werden. „Auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist“, so die Stadtbeigeordnete Babette Bammann im Hinblick auf die schlechte Finanzlage. Norbert Kaufmann, Vorstandssprecher der Volksbank, sieht in dem Literaturfestival eine Tradition wiederaufleben. Vor Jahren hatte die Bank ihren eigenen Literaturpreis ausgelobt. „Es ist eine Investition in die Zukunft dieser Region“, so Kaufmann. Neben guten Job-Angeboten und renommierten Unternehmen dürfe man nie die weichen Standortfaktoren, wie das Kulturangebot, vergessen. Auch das Land sendet ein positives Signal in seinen „wilden Süden“, wie Suttner es ausdrückte. Die Förderung des Kultusministerium wurde um 25 Prozent aufgestockt und liegt jetzt bei 20 000 Euro – etwa ein Drittel der Kosten für das Vielseitig-Festival werden so gedeckt.

Von Irmine Skelnik



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