Lift macht Leben ein Stück leichter

Brauersdorf..  36 Stufen führen steil den Hang hinauf zum Haus der Mantais. Sie sind eng, einige ein wenig schief. Für Helen, waren sie jahrelang kaum zu überwinden, ihr Vater trug sie die Treppe rauf und wieder runter.

Die Elfjährige leidet an Morbus Leigh, auch das Leigh-Syndrom genannt. Das ist eine Stoffwechselkrankheit, die sie stark einschränkt. Sie sitzt im Rollstuhl. Jetzt hat der Verein Handycap für erkrankte Kinder dafür gesorgt, dass Helen nicht mehr getragen werden muss: Er hat Geld für einen Lift gesammelt.

„Manchmal war es recht schwer, sie zu tragen, Helen wird ja auch größer“, erzählt Vater Andreas Mantai, „Und manchmal war sie auch ganz schön zappelig“, fügt er mit einem Lächeln hinzu.

Ein Sonnenstrahl bahnt sich seinen Weg in den Garten der Mantais, wo sich am Montagnachmittag viele Menschen versammelt haben. Helen ist aufgeregt und lacht, alle sind wegen ihr gekommen. Der Verein Handycap hat zusammen mit Andreas Mantai und seiner Frau Heidrun Mantai zur Eröffnung eingeladen. „Fünf Monate haben wir gebraucht, um das nötige Geld zusammenzusammeln“, sagt Wolfgang Michael Wagner, Vorsitzender des Birlenbacher Vereins.

38 000 Euro aufgebracht

38 000 Euro hat der Lift gekostet. Er musste für diese Treppe angefertigt werden. Noch fehlt eine Verkleidung und ein Regenschutz. Von öffentlicher Seite kam keine Hilfe, so der Vorsitzende.

„Die Sozialleistungen reichen nicht aus. Die Schwerbehindertenhilfe gibt gerade Mal 2500 Euro an Zuschüssen“, sagt Wolfgang Michael Wagner. Der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, Hilfe für Familien zu organisieren. Die Männer und Frauen verkauften zum Beispiel Waffeln und sammelte das Geld bei Spendern ein.

Zusammen mit Wolfgang Michael Wagner schneidet Helen Mantai das grüne Band durch. Ihre Mutter schiebt sie auf die Plattform, langsam fährt der Lift herab. Helen Mantai winkt kurz, lacht, als sie unten ankommt. „Jetzt kommt die Sonne richtig raus“, sagt Bürgermeister Paul Wagener. Helen bemerkt das auch, blinzelt, bevor sie rückwärts wieder hinauf fährt, um mit ihrer Familie zu feiern – dass das Leben jetzt ein klein wenig leichter ist.