Liebe, Geld und harte Jungs

Siegen..  Liebe hat ihren Preis. Im Fall von Arian T. (31) sind es 5000 Euro. Soviel soll er von Thomas S. verlangt haben, damit dieser mit seiner Angebeteten anbändeln darf. Gezahlt hat Thomas S. nicht. Dafür lernte er die schlagfertige Seite Arian T.’s kennen. Gemeinsam mit zwei Kompagnons lauerte der 31-Jährige dem 33-jährigen Gießer auf und verprügelte ihn. Davon ist Amtsrichterin Dr. Hanne Grüttner überzeugt und verurteilt das Trio zu zwei Mal zwölf und ein Mal zehn Monaten Haft auf Bewährung. Zum Ärger der Drei. Zwar geben zwei von ihnen zu, immerhin vor Ort gewesen zu sein, als es zu diesem unschönen Übergriff kam. Allerdings wollen sie mit der Keilerei nichts zu tun haben. Angeklagter Nummer drei sagt, er habe zu Hause im Bett gelegen.

Zu der Begegnung der schmerzhaften Art kommt es Anfang Januar vergangenen Jahres vor einer Nachtbar in Geisweid. Der Gießer ist nach der Nachtschicht in einem metallverarbeitenden Betrieb auf dem Weg zu seinem Auto. Doch soweit kommt er nicht. Arian T., Arsin S. (28) und Isni K. (28) stoppen ihn und prügeln auf ihn ein, sagt der 33-Jährige im Zeugenstand. Allein acht bis zehn Mal soll Isni K. ihn mit einem Schlagstock am Kopf getroffen haben: „Ich habe gedacht, jetzt ist es vorbei“, schildert Thomas S. die frühmorgendlichen Ereignisse. „Ich wollte nur noch da weg.“ Weg kommt er tatsächlich. Er trommelt gegen die Tür des Amüsierbetriebs. Eigentlich ist das Etablissement bereits geschlossen. Trotzdem öffnet der Betreiber. Die beiden kennen sich. Aus dem Fitnessstudio. Bei Thomas S., sagt der Chef, hat er „Medikamente fürs Bodybuilding gekauft.“

Zwölf Monate Haft auf Bewährung

Und er hat mitbekommen, dass Arian T. und Thomas S. wenige Tage zuvor in der Bar ihre Probleme besprochen haben. Dort soll der Beschuldigte – die Anklage wirft ihm versuchte Erpressung und gefährliche Körperverletzung vor – Thomas S. gesagt haben: „Gib mir 5000 Euro und ich lasse euch in Ruhe.“ Mit „euch“ ist Thomas S. selbst und seine 27-jährige Freundin gemeint. Der Beschuldigte soll, so sagt Mitangeklagter Arsin S., eine Affäre mit der arbeitssuchenden Frau gehabt haben. Daraus soll sich seitens des 31-Jährigen so etwas wie Zuneigung entwickelt haben, betont die Anklagevertretung. Für Arian T., vermutet Thomas S., genug, um Besitzansprüche anzumelden. Als sich die 27-Jährige und das Opfer näher kommen, soll Arian T. alles andere als amused gewesen sein. Arian T. indes bestreitet jegliche amourösen Avancen. Ganz im Gegenteil. „Sie wollte ihn rumkriegen“, sagt Arsin S. Häufig habe er Arian T. zu ihr gefahren und ihn am nächsten Tag wieder abgeholt: „Er wäre ja sonst gar nicht von dort weg gekommen.“

Die Beziehung von Opfer, Täter und Frau untereinander spielt für Amtsrichterin Dr. Hanne Grüttner eine untergeordnete Rolle. Sie sieht die Vorwürfe als erwiesen an. Das bringt ihm zwölf Monate Haft auf Bewährung und 150 Stunden gemeinnützige Arbeit. Arsin S. bekommt zehn Monate auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit. Und Isni K.? Ebenfalls zwölf Monate auf Bewährung und 500 Euro Geldbuße.