Libanesische Band „Who killed Bruce Lee“ kommt ins Lyz

Die Band „Who killed Bruce Lee“ aus dem Libanon mischt in ihrer Musik viele Einflüsse. Wie gut das gelingt, davon kann sich das Publikum am kommenden Samstag im Lyz ein Bild machen.
Die Band „Who killed Bruce Lee“ aus dem Libanon mischt in ihrer Musik viele Einflüsse. Wie gut das gelingt, davon kann sich das Publikum am kommenden Samstag im Lyz ein Bild machen.
Foto: Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein
Die Musiker der Band „Who killed Bruce Lee“ aus Beirut treten am Samstag im Lyz auf. Die Männer, die in ihrer Heimat bereits berühmt sind, im Interview.

Siegen..  Im Libanon sind sie eine musikalische Größe, in Europa wollen sie es werden: Die Musiker der Band „Who killed Bruce Lee“ aus Beirut treten am Samstag, 22. Oktober, ab 20 Uhr im Lyz auf. Im Interview mit Keyboarder und Background-Sänger Hassib Dergham geht es um Einflüsse, Musikszenen und den Reiz kleinerer Städte.

Wer hat Bruce Lee getötet?

Hassib Dergham: Wenn ich Ihnen das verrate, muss ich Sie leider umbringen (lacht). Nein, der Name ist als Insider-Witz unter uns Bandmitgliedern entstanden. Wir wurden schon sehr oft danach gefragt und haben ihn behalten, weil er Interesse weckt. Die Antwort bleibt aber vertraulich.

Wie sind Sie von Beirut nach Deutschland gekommen?

Bevor wir nach Europa kamen, haben wir schon fünf Jahre im Libanon zusammen gespielt. 2012 erschien dort unsere erste EP mit fünf Liedern. Ein Jahr später entdeckte uns dann David Gappa, früherer Sänger der Rockband H-Blockx, auf dem Red Bull Sound Clash in Beirut. Er lud uns nach Frankreich ein. Wir spielten ein paar Gigs in Frankreich, bis uns schließlich der Brainstorm Musikverlag einen Vertrag anbot. In Berlin haben wir im letzten Jahr unser Album „Distant Rendezvous“ aufgenommen.

Worin unterscheidet sich die libanesische Musikszene von der deutschen?

Die kann man nicht miteinander vergleichen. Im Libanon gibt es einen verschwindend kleinen Markt, hinter der Musik steckt nicht wie hier eine Riesenindustrie. Anders als wenige gefeierte Arabic Pop- Künstler stehen da unabhängige Bands oft vor einer schwierigen Situation. Außerdem ist das Land viel zu klein, um eine richtige Tour zu spielen. Da spielst du in drei benachbarten Städten und bist fertig mit der Tour. Musiker werden eher für Partys gebucht, weil sie zuverlässig die Läden füllen. Es gibt bei uns viele Talente mit verrückten Ideen und super Sound, aber leider fehlt der Markt. Daher haben wir sozusagen die Flucht nach vorne ergriffen, unsere Chance genutzt.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Wir wollen uns da überhaupt nicht einschränken. Jeder von uns hat einen unterschiedlichen musikalischen Hintergrund und dadurch andere Einflüsse. Wenn wir miteinander jammen und unsere Lieder schreiben, kommt alles zusammen. Ob Funk oder Blues, jeder steuert quasi 25 Prozent bei.

Sie haben in Hameln und in Sonthofen gespielt. Für die kommende Tour sind Orte wie Bückeburg oder Viersen geplant. Was fasziniert Sie an Konzerten in Kleinstädten?

Die Herzlichkeit. Je kleiner die Stadt, desto wärmer sind oft die Leute. Oft haben schon Fans für uns gekocht oder einfach nur mit uns rumgehangen. Wir suchen den Kontakt mit unserem Publikum.

Wie involvieren Sie das Publikum?

Unser Sänger Wassim hat ein Talent dafür, die Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Wenn nicht alle tanzen, mischt er sich einfach unter das Publikum und animiert sie. Zwischen den Liedern erzählen wir aber auch Geschichten über uns, damit die Zuschauer uns kennenlernen. Unser Ziel ist, eine persönliche Atmosphäre zu kreieren, die Leute zum Tanzen und Mitsingen zu bringen.

Worum geht es beim aktuellen Album „Distant Rendezvous“?

Wie der Name andeutet, reflektiert das Album eine ferne Zeit: den blühenden Libanon der 50er Jahre, den wir nicht kennen. Bevor 1975 der Bürgerkrieg das Land zerstörte, war es ein aufstrebendes kulturelles Zentrum. In der Sprache spiegelt sich die bunte Geschichte des Landes noch heute wieder. Wir Libanesen sprechen eine besondere Mischung aus Arabisch, Französisch und Englisch. Wenn wir live spielen, möchten wir den Fans zeigen, dass wir gar nicht so unterschiedlich sind. Auch wir lieben gute Partys und leckeres Essen.

Was wollen Sie ihr in den nächsten Jahren erreichen?

Wir wollen weitermachen wie bisher und uns stetig steigern. Größere Gigs, mehr Fans – aber erstmal freuen wir uns auf unsere große Tournee im nächsten Frühjahr. Danach wollen wir viel neues Zeug rausbringen. Wenn wir irgendwann mal 100 Alben aufgenommen haben, bin ich glücklich (lacht).

Karten für den Auftritt gewinnen

Für das Konzert von „Who killed Bruce Lee“ am Samstag, 22. Oktober, 20 Uhr im Lyz, St.-Johann-Straße 18, verlost die Lokalredaktion drei Mal zwei Freikarten.

Schicken Sie einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Bruce Lee“ an siegen@westfalenpost.de oder eine Postkarte an die Redaktion, Koblenzer Straße 5, 57072. Einsendeschluss ist Donnerstag, 20. Oktober, 16 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Im Vorverkauf gibt es Karten beim Kulturbüro, St.-Johann-Straße 18, 0271/333-24 48 oder auf www.lyz.de.

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