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Lebendspenden in der Region selten

25.08.2010 | 18:00 Uhr
Lebendspenden in der Region selten

Siegerland.Auch in Siegerland und Wittgenstein werden bei Nierenerkrankungen die Organe von Angehörigen gespendet. Das geschieht pro Jahr zwei bis drei Mal, sagt der Weidenauer Nephrologe Dr. Henning Schneider.

Insgesamt befinden sich im Kreisgebiet derzeit etwa 50 erkrankte Menschen auf der Warteliste für eine neue Niere; rund ein Dutzend der Fälle pro Jahr werden berücksichtigt. Die Vorlaufzeit beträgt durchschnittlich sechs bis sieben Jahre. So lange dauert es, bis das europäische Transplantationszentrum in Leiden/Niederlande die passende Niere gefunden hat.

Die Erkrankung von Elke Büdenbender, der aus dem Netpher Ortsteil Salchendorf stammenden Ehefrau des SPD-Politikers Frank-Walter Steinmeier, wirft ein Schlaglicht auf eine besondere Situation: In Deutschland ist die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, nicht sehr verbreitet. Deshalb hat die Ankündigung Steinmeiers, eine seiner Nieren zu spenden, auch die öffentliche Aufmerksamkeit auf diesen Mangel gerichtet. Inzwischen ist die Operation erfolgt.

Wichtigstes von mehreren Kriterien für eine Organspende ist laut Dr. Henning Schneider vor allem, dass die Blutgruppe passt. Ist dies nicht der Fall und es wird trotzdem transplantiert, ist im Anschluss eine stärkere „Immunsuppression“ erforderlich – um zu verhindern, dass das neue Organ abgestoßen wird.

Die meisten Organspenden sind allerdings nicht wie im Fall der Politikerfamilie „Lebendspenden“. In den allermeisten Fällen stammen die Organe von Unfallopfern, die ihren Verletzungen in einer Klinik erlegen sind. Bereits Verstorbene eignen sich nicht als Organspender.

Klinikum und Praxis

Im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein ist die Versorgung von Nierenkranken durch die zuständige Fachabteilung des Kreisklinikums Siegen-Weidenau und der angeschlossenen Dialysestation gesichert, zum anderen durch die mit fünf Fachärzten besetzte Nephrologische Gemeinschaftspraxis in Weidenau mit ihrer Nebenstelle in Bad Laasphe – jeweils mit einer eigenen Dialysestation. An beiden Standorten werden rund 270 nierenkranke Menschen regelmäßig einer Blutwäsche unterzogen. Nierenleiden, so Dr. Schneider, nehmen auch hier zu Lande zu. Die Ursache kann in einer fortschreitenden Schwächung des Organs liegen. Immer mehr ist es auch eine Folgeerscheinung einer anderen chronischen Erkrankung. Dr. Schneider: „Jeder Zweite ist Diabetiker.“

WR Redaktion

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