Laufend die Umwelt schützen - Klimaneutrales Rennen in Siegen
19.01.2012 | 19:58 Uhr 2012-01-19T19:58:00+0100
Siegen. Martin Hoffmann hat sich ein hohes Ziel gesteckt. Der Organisator des 9. Siegerländer AOK-Firmenlaufs will am 4. Juli 2012 Deutschlands ersten klimaneutralen Firmenlauf in Siegen starten.
Martin Hoffmann hat sich ein hohes Ziel gesteckt. Der Organisator des 9. Siegerländer AOK-Firmenlaufs will am 4. Juli 2012 Deutschlands ersten klimaneutralen Firmenlauf in Siegen starten. „Es geht dabei nicht um eine Greenwash-Veranstaltung, also einen Lauf, dem man einen grünen Anstrich gibt, wo man am Ende für ein Umweltprojekt ein paar Euro abgibt und das war’s dann. Wir wollen die ganze Veranstaltung möglichst klimaneutral organisieren!“
Konkret: Energieverbrauch und CO2-Emissionen vermeiden wo immer es geht – und das in der ganzen Veranstaltungskette. So sollen die Teilnehmer möglichst per Öffentlichem Personennahverkehr zum Start kommen, Infobroschüren emissionsarm hergestellt, und teilnehmende Unternehmen zum bewussten Umgang mit Energieträgern angeregt werden.
Damit die Umweltbelastung und der Energieverbrauch dieser Großveranstaltung mit rund 8000 Läuferinnen und Läufern möglichst gering ausfällt, haben sich die Organisatoren einiges einfallen lassen. Für die Gesamtveranstaltung wird ausschließlich Ökostrom verwendet, das Führungsfahrzeug läuft mit Strom, die 8000 Baumwoll-T-Shirts für die Teilnehmer sollen im Herstellungsprozess nicht „um den halben Erdball“ gereist sein; um auch hier CO2 einzusparen werden die Laufhemden in der nahe gelegenen Türkei produziert werden. Auch werden bei der Veranstaltung auf dem Bismarckplatz ausschließlich Produkte regionaler Anbieter verwendet, um lange Transportwege zu vermeiden, zudem sollen die 10 000 Trinkbecher, die bei dem Lauf gebraucht werden, noch ein wenig kleiner und auch dünnwandiger werden.
Ein besonderer Gag wartet dann im Ziel auf die Firmensportler. Jeder Teilnehmer erhält einen kleinen Laubbaum-Setzling. Da nun aber im Juli keine Pflanzzeit ist, werden Gutscheine ausgegeben die dann im Spätherbst bei einer großen Ausgabe-Aktion gegen die kleine Pflanze eingetauscht werden können. Für all die Hobbyläufer, die nicht gleich Hobbygärtner sind, hat Bürgermeister Steffen Mues eine Idee: „Wir können ja einen Laufwald statt Laubwald pflanzen.“
Energie-Agentur rechnet: 32 Tonnen CO2-Ausstoß
Bei der Frage, wann ist eine Veranstaltung „klimaneutral“, muss zunächst natürlich der CO2-Ausstoß ermittelt werden. Und so hat Martin Hoffman die Anfahrtkilometer aller Teilnehmer, Organisatoren, Einsatzfahrzeuge bis hin zur Anreise der Bewirter auf dem Bismarckplatz aufgelistet und die Daten dem Kooperationspartner Energie-Agentur NRW mitgeteilt. Das Ergebnis präsentierte jetzt Diplom-Ingenieur Michael Müller: „Es fallen nach den Einsparungen noch Emissionen in Höhe von 32 Tonnen CO2 an. Die Veranstaltung soll aber keine Spaßbremse werden. Es geht darum, Einsparpotenziale zu entdecken. Organisator Martin Hoffmann: „Wir werden nach der Veranstaltung 2000 bis 3000 Euro für ein Klimaschutzprojekt verwenden.“
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