„Lasst eure innere Beyoncé raus“

Im Grünen: Alexes Feelmo zeigt den Jugendlichen, was Hip-Hop-Tanz ist. Im Vordergrund stehen einfache Bewegungen. „Sie machen das schon ganz schön gut“, sagt er außer Atem.
Im Grünen: Alexes Feelmo zeigt den Jugendlichen, was Hip-Hop-Tanz ist. Im Vordergrund stehen einfache Bewegungen. „Sie machen das schon ganz schön gut“, sagt er außer Atem.
Foto: WP
Lieber selber machen: Jugendliche tanzen, fechten und balancieren

Siegen..  Alexes Feelmo steht auf dem Rasen und schreit. „Right hand, left hand, now move it in the air.“ Rechte Hand, linke Hand... Beide hebt er nacheinander, dann kreist er die Hüften, nicht ohne ein Lächeln. Eine Gruppe Kinder macht die Übungen nach, rechte Hand, linke Hand, dann auf das Knie und mit dem Oberkörper wackeln. Hip-Hop-Tanz steht auf dem Stundenplan. Der Tanzlehrer, der sonst im Studio Tuppeck lehrt, leitet eine der Turnfest-Mitmachtaktion auf dem Hof der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule.

„Film das im Zeitraffer!“, ruft ein Junge seinem Freund zu und schwingt angestrengt die Hüfte. Er will alles richtig machen. Der wendige Lehrer lacht. „Ganz professionell hier“, lobt er. Laute Musik schallt jetzt über den Hof und das Kinderlachen von den anderen Mitmachstationen ist kaum mehr zu hören.

Tanzen in der Sonne

„Slide to the front, slide to the left, bring it all back“, singt Alexes Feelmo vor und seine Schüler tanzen von einer zur anderen Seite. Beim Dubstep, eine Londoner Musikrichtung, geben die Amateurtänzer noch einmal alles. Oberkörper kreisen, Arme nach oben. „Lasst eure innere Beyoncé raus“, ruft der Tantlehrer. Die Sonne scheint auf die Gruppe. Alexes Feelmo schwitzt, verliert aber nicht seine Energie. Er steckt seine Schüler an. „Noch einmal?“, fragt er. „Ja!“, rufen sie und wieder, Oberkörper kreisen...

Jetzt eine wohlverdiente Pause. Der CD-Spieler klickt kurz, als Alexes Feelmo ihn ausschaltet. Er atmet schnell ein. „Ist zwar toll, dass die Sonne so scheint, aber ich glaube, lange halten die Kids das nicht aus.“ Zwanzig Minuten tanzen sie noch.

Neben ihnen steigt ein bunter Modellballon in die Luft. Vom Boden aus steuert Thomas Sass das Feuer im Korb. Die Flamme zischt und treibt den Ballon ein wenig höher. Ballonfahrer Sass ist aber unzufriden: „Es ist einfach nicht die Tageszeit dafür, Ballone fahren zu lassen. Besser am Morgen oder am Abend“, erklärt der Experte.

Treffer auf der Planche

Um 12 Uhr beginnt Airtracks. Die Matten liegen wie dicke Luftmatratzen auf dem Rasen. Mädchen stehen nebeneinander in Turnhosen, ohne Schuhe. Ein blondes Mädchen schlägt ein Rad. Ein anderes drei hintereinander. Die Wärme macht ihnen nichts aus.

„Man gewöhnt sich an die Hitze“, sagt Frank Matzener. Er steht auf dem Schulhof neben der Planche, auf der zwei Mädchen in dicken weißen Jacken und mit Gittervisieren vor dem gesicht aufeinander losgehen. Sie fechten – mit Degen. „Man gewöhnt sich nicht daran“, ruft Dennis und runzelt die Stirn. Frank Matzener zuckt die Schultern.

Er zeigt den Jugendlichen die ersten Ausfälle und Sprünge, bringt ihnen bei, den Arm immer gestreckt zu haben, um angreifen zu können. Jana traut sich das noch nicht. Das Gerät hinter ihr summt, es steht zwei zu eins gegen sie. Ihre Freundin Lena hat sie schon zweimal mit dem Degen getroffen. Jetzt holt sie aus, stößt das Sportgerät nach vorn. Doch Jana pariert und landet selbst einen Treffer. Ihre Freundinnen stehen am Rand und applaudieren. Sie dürfen auch gleich auf die Planche, sind schon ganz aufgeregt.

Als Jana den Helm abzieht, schüttelt sie sich. „Mensch, ist das heiß“, ist ihr erster Kommentar. „Das war definitiv eine Erfahrung wert, oder“, fragt sie Lena.

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