Land stellt „Route 57“ auf Grau
23.09.2011 | 11:09 Uhr 2011-09-23T11:09:57+0200
Siegen-Wittgenstein.Die Landesregierung will über die Ortsumgehungskette von Kreuztal nach Schameder eine „neue Entscheidung“ herbeiführen. Das steht in einer Fußnote zu der Prioritätenliste, in der das Land eine neue Rangfolge für den Neubau für Bundes- und Landesstraßen festlegt. Vorrangig, so die Pressemitteilung aus dem Verkehrsministerium, sollen „besonders wichtige und einigermaßen reibungslos zu realisierende Projekte“ sein.
In der Tabelle ist der gesamte Straßenzug grau unterlegt – „nach Abschluss der Planungsstufe über die Priorität entscheiden“, heißt es in der Erläuterung. Das gilt für die Südumgehung Kreuztal, für die das Planfeststellungsverfahren beantragt wurde. Sie ist damit der Realisierung näher als die folgenden Abschnitte.
Bad Laasphe nur
noch „nachrangig“
Die befinden sich nämlich erst in der „Vorbereitenden Untersuchung zur Linienabstimmung“. Das sind der Abschnitt zwischen Kredenbach und Oberbach, die Südumgehung Hilchenbach, die Umgehung Lützel von der Kronprinzeneiche bis Altenteich sowie die Umgehungen Erndtebrück und Schameder. „Weiteres Vorgehen nach Zeit und Art einvernehmlich besprechen“, heißt es in der Fußnote.
Alle Abschnitte stehen im Bundesfernstraßenbedarfsplan in der höchsten Prioritätsstufe. Von vornherein wurden allerdings auch dort die Südumgehungen Hilchenbach und Lützel kritisch gesehen. Das führte zu einem „besonderen naturschutzfachlichen Planungsauftrag“.
Dabei trafen die Gutachter auf ein Vorkommen von Wildkatzen, eine vom Aussterben bedrohten und daher besonders geschützte Art, bei Lützel und Erndtebrück. Abgesehen davon stellte sich heraus, dass die „neue“ B 62 zwischen Kronprinzeneiche und Altenteich weitgehend auf der Trasse der bisherigen Bundesstraße verlaufen müsste, weil sie sonst FFH-Naturschutzgebiete zerschneiden würde. Auch in Kreuztal dreht die Planung eine Ehrenrunde: Das Planfeststellungsverfahren, in dessen Verlauf über 400 Einwendungen von Bürgern vorgebracht wurden, hängt, weil die naturschutzfachliche Untersuchung nicht mehr aktuell ist und während einer weiteren Vegetationsperiode aktualisiert werden soll.
Die Verbindung Kreuztal-Schameder, mittlerweile als „Route 57“ beworben, war Teil eines Fernstraßenprojekts („B 508 neu“) von Kreuztal nach Hattenbach, das die A-4-Lücke geschlossen hätte. Das Land Hessen hatte sich kurz vor den NRW-Landtagswahlen aus der gemeinsamen Initiative zurückgezogen.
Seitdem gewinnt die alte Linie der „FELS“ (Ferndorf-Eder-Lahn-Straße) wieder an Bedeutung, die von Kreuztal nach Bad Laasphe führt. Für die Ortsumgehung Bad Laasphe legt sich das Land jetzt schon fest - mit einem roten Balken: Sie soll nur „nachrangig“ weitergeplant werden.
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