KZ-Überlebende hinterlässt nachdenkliche Schüler

hat die Schüler der Waldorfschule Siegen beeindruckt. Voller Spannung verfolgten 100 Schüler der Klassen 8 bis 10 den 90-minütigen Bericht von Michaela Vidláková aus Prag, die als Zeitzeugin von ihren Erlebnissen als jüdisches Kind in den 30er Jahren und ihrer Zeit in Theresienstadt sprach. Als Vidláková ein Bild zeigte von der 9. Klasse, die ihre Mutter unterrichtete, und erwähnte, dass nur einer von diesen Schülern überlebte, da durchfuhr manchen der Gedanke: „Von diesen 100 Schülern heute wären nur drei übrig geblieben.“ Bilder aus den Vernichtungslagern und ein Exkurs über ihren inzwischen verstorbenen Lebensgefährten Artur Radvanski, der Buchenwald durch die medizinische Hilfe Walter Krämers überlebte, ließen nachdenkliche Schüler zurück. Diesen Vormittag beendete Vidláková mit dem Besuch des Walter-Krämer-Platzes am Weidenauer Krankenhaus, einerseits mit Freude darüber, dass dieser mutige Lebensretter nun in seiner Geburtsstadt diese Ehrung erfahren hat, aber auch mit einem gewissen Bedauern darüber, dass Artur Radvanski, der auch über viele Jahre mit ihr zusammen nach Siegen kam, dies nicht mehr erlebten durfte.