Kunstsommer 2015 sucht Kandidaten

Jede Menge Holz: Der Kunstsommer 2015 soll mindestens so ergiebig sein wie sein Vorgänger im Jahr 2014. Hier: „Szenewechsel“ im
Jede Menge Holz: Der Kunstsommer 2015 soll mindestens so ergiebig sein wie sein Vorgänger im Jahr 2014. Hier: „Szenewechsel“ im
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Wer bei Runde 17 des Siegener Kunstsommers dabei sein will, kann sich noch bis 27. Februar bewerben. Wie immer sind professionelle Künstler gefragt – und experimentelle Ideen.

Siegen..  Schon der Titel der Auftaktveranstaltung zeigt, was das Publikum vom 17. Kunstsommer erwarten kann. „Kunstzeit“ ist der Kunsttag überschrieben, mit dem die neue Runde Anfang Mai beginnen wird. Bis zum 27. Februar können sich Kulturschaffende bewerben, die bis Ende September mit einer Ausstellung, einer Performance oder Aktion teilnehmen möchten. Eine fünfköpfige Jury wählt am 2. März die 24 Projekte für das Programm aus.

Experimentelle Ideen willkommen

„Wir machen der Jury keine Vorgaben. Wir sagen nur: Die Qualität muss stimmen“, sagt Franz-Josef Weber, Geschäftsführer des für die Organisation zuständigen Kunstvereins Siegen. Der Anspruch des Kunstsommers ist seit seiner Premiere im Jahr 1999 gleich geblieben: Professionelle Kunst präsentieren. Hobbymaler und -bildhauer haben schlechte Chancen, einen der Plätze zu ergattern, wie Weber erklärt. Das liege keineswegs an einer Geringschätzung für diese Art des kreativen Ausdrucks, sondern an der grundsätzlichen Ausrichtung des Kunstsommers, dessen Kandidatinnen und Kandidaten erkennbar eigene Profile und Ansätze vorweisen sollen: „Die Substanz muss vorhanden sein.“

Folglich sind etablierte Künstler gefragt, die Erfahrung mitbringen. Gleichzeitig ist der Bewerbungsaufruf aber ausdrücklich an junge Menschen gerichtet, wenn sie schlüssige Ideen vorbringen, etwa für experimentelle Aktionen. Hier haben die Veranstalter vor allem Kunststudenten im Blick, die sich der Thematik ebenfalls von einer ambitionierten Warte aus nähern.

Im letzten Jahr, so Weber, habe es zwar lediglich eine Kunstaktion im engeren Sinne während des Sommers gegeben. Im Schnitt der letzten Jahre seien es aber fünf bis sechs gewesen. Da den Bewerbern in diesem Fall meist nur die Beschreibung dessen möglich ist, was sie vorhaben, ist die Jury bei solchen Beiträgen besonders gefordert, da sie sich auf ihre Vorstellungskraft und ihr Gefühl verlassen muss. „Wenn jemand mit einer guten Idee kommt, muss man eben auch schon einmal etwas wagen“, betont Weber, der selbst übrigens nicht in der Jury sitzt.

Gute Ideen gut präsentieren

Um so wichtiger sind aussagefähige Bewerbungsunterlagen. „Manchmal bekommen wir eigentlich gute Vorschläge, die aber schlecht präsentiert sind“, sagt der Vereins-Geschäftsführer, der die Einsendungen als erster öffnet und sichtet. In solchen Fällen gibt er Rückmeldung und regt eine Überarbeitung der Bewerbung an. Generell ist Weber Ansprechpartner für alle, die am Kunstsommer teilnehmen möchten. Das Formblatt für die Bewerbung gibt es nicht im Download, sondern nur auf Anfrage bei der Geschäftsstelle. Auf diese Weise, so Weber, ließe sich bereits vorab einschätzen, ob ein Beitrag in Frage kommt. Das erspare der Jury die Beschäftigung mit aussichtslosen Bewerbungen und Kandidaten die vergebliche Arbeit zur Erstellung der Unterlagen.

Niemand solle sich aber entmutigt fühlen: „Es ist wichtig, dass die, die Interesse haben, auch wirklich etwas machen.“ Letztlich kann die Jury, wie die Erfahrung aus den bisherigen Jahren zeigt, im Schnitt aus etwa 40 Vorschlägen heraus ihre Entscheidungen treffen. Die meisten übrigens gehen kurz vor knapp ein: Die letzten Tage sind die heiße Phase.

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