Künstlerin formt Gesichter aus Papier

Siegen..  Es ist die 5. Ausstellung der Reihe „Kunst im Rampenlicht“ in den Räumen der Firma Hees Bürowelt. Und eine sehr produktnahe, wie sich Geschäftsführer Manfred Leipold freut: Denn hier ist alles aus Papier.

Ein großer weißer Bogen Papier ist der Ausgangspunkt. Die Künstlerin Petra Ellert bemalt ihn nicht, schneidet nichts aus. Sie zerreißt ihn und lässt plastische Portraits entstehen, die reale Personen abbilden könnten – oder auch nicht. Daher der Titel der Ausstellung „Vielleicht Rosi“. Auch beiden anderen Werken ist den Titeln das „Vielleicht“ vorangestellt. Dem Betrachter drängt sich bei allen zwölf Portraits der Eindruck auf: Dieser Mensch könnte meine Nachbarin sein, mein Vorgesetzter oder vielleicht ich selbst.

Petra Ellert, die inmitten der Düsseldorfer Altstadt lebt und arbeitet, hat sich auf die Ausstellung an der geschwungenen Rampe gefreut: „Die Lichtverhältnisse der Natur spiegeln sich an den Wänden wider. Meine Objekte sehen leicht aus. Auch die Rahmen sind hell, der Betonfarbe ähnlich, passen sich der Umgebung an.“

Zwei Stunden pro Werk

Petra Ellert arbeitet seit 1986 mit Papier. Da war sie mit ihrer Tochter schwanger und ihre bis dahin bevorzugten Werkstoffe, etwa Beton, wurden zu schwer. Das Reißen von Papier gibt ihrer Kunst Beweglichkeit, Lebendigkeit und geht auch schneller. Für den kreativen Reißvorgang eines Portraits braucht sie nicht länger als zwei Stunden. Die anschließende handwerkliche Bearbeitung benötigt deutlich mehr Zeit, zumal sie einige Gesichter mit Goldplättchen überzogen hat. Das Ergebnis fasziniert. Die Drei-Dimensionalität könnte den Anschein erwecken, als wolle der Mensch aus dem Rahmen mit dem Betrachter Kontakt aufnehmen.