Kritik an Warnstreiks

Siegerland..  Als „unverantwortlich“ hat der Verband der Siegerländer Metallindustriellen (VdSM) den Aufruf der IG Metall zur Durchführung massiver Warnstreiks in der Region bezeichnet. „Die IG Metall vergibt die Chance, Verhandlungen in einer vernünftigen und sachgerechten Atmosphäre fortzuführen“, sagte der Geschäftsführer des Verbands, Dr. Thorsten Doublet. Bei einer aktuellen Inflationsrate von 0,2 Prozent in Nordrhein-Westfalen bedeuteten die angebotenen 2,2 Prozent ein sattes Plus für die Beschäftigten.

Tausende Arbeiter sollen streiken

Angesichts der unterschiedlichen Firmenkonjunkturen in der Region stoße das Angebot für viele Unternehmen bereits an die Grenze des Machbaren. Die Arbeitgeber hätten kein Interesse daran, die Tarifrunde 2015 unnötig in die Länge zu zie-hen. Deshalb sei „dieses solide Angebot“ bereits in der zweiten Verhandlungsrunde erfolgt. „Ich erwarte von der IG Metall, dass sie eine Verschärfung der Tarifrunde durch Warnstreiks unterlässt und sich konstruktiv mit unserem Angebot auseinandersetzt“, erklärte Dr. Doublet.

Die IG Metall hatte am vergangenen Mittwoch mehrere tausend Arbeitnehmer aus 45 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie im Altkreis Siegen zum Warnstreik aufgerufen. Das Angebot der Arbeitgeber bezeichnete die Gewerkschaft als „völlig inakzeptabel“. Für den heutigen Freitag, 10 Uhr, ist eine Kundgebung der Gewerkschaftsmitglieder im Großen Saal der Siegerlandhalle geplant. Das für die Gewerkschaft zentrale Thema einer Bildungsteilzeit sei komplett abgelehnt worden.