Kreuztaler Maiwanderung endet in handfester Auseinandersetzung

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Die Brüder Florian (27) und Tim S. (19) und ihr Freund Dennis H. (25) müssen sich wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten.

Kreuztal..  Die Frisur sitzt perfekt, die Schuhe sind geputzt. In Hemd und Jackett sitzen die drei Kreuztaler auf der Anklagebank vor Richterin Antonia Kuhli. Jeder hat seinen eigenen Anwalt mitgebracht.

Die Brüder Florian (27) und Tim S. (19) und ihr Freund Dennis H. (25) müssen sich wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten.

Am 1. Mai vergangenen Jahres kommen die Freunde um circa 23.30 Uhr von einer Wanderung. Sie kehren in einer Gaststätte am Bahnhof ein: „Wir haben ein paar Bier getrunken“, so der 27-jährige Florian S. Er ist bei einem Unternehmen in Dortmund beschäftigt, seine Freunde studieren. Florian S. räumt ein, dass sie schon vorher angetrunken gewesen seien.

Sie warten auf ein Taxi. An der Bushaltestelle sitzt der 41-jährige Thorsten B. mit seinem Fahrrad. „Wir haben über sein Fahrrad gefrotzelt, sind dann aber weitergegangen“, fährt Florian S. fort. Noch im Gehen soll der 41-jährige Fahrradfahrer den drei jungen Männern eine Beleidigung hinterher geworfen haben, in der die Mutter der Angeklagten eine tragende Rolle spielte. Auf der Stelle hätten sie kehrt gemacht und seien zu Thorsten B. zurückgegangen, hätten gefragt: „Was möchtest du jetzt?“, sagt Florian S. im Gericht aus. „Mir ist klar, das dass nicht von Vorteil war“, räumt er ein.

Nach einer erneuten Beleidigung habe der 41-jährige seinen Bruder Tim S. am Hals gepackt. Dennis H. schlägt dem 41-jährigen ins Gesicht. „Das ist doof gelaufen.“

Der Alkohol soll keine Entschuldigung sein, „aber vielleicht eine Erklärung“, sagt Dennis H. betreten.

600 Euro Entschädigung

Thorsten B. schildert den Vorfall anders. „Die drei haben mein Fahrrad angefasst, gesagt, dass es schwul aussieht und mich beleidigt“, betont er. „Als ich entgegnete, ob sie eine Phobie gegen Schwule haben, hatte ich direkt eine Hand am Kinn“, erzählt der 41-jährige. Er habe versucht, den Angreifer wegzustoßen, habe aber von hinten einen Schlag seitlich ins Gesicht bekommen und sei zu Boden gegangen.

Als er sich wieder aufgerappelt habe, sei ein zweiter Schlag gefolgt. Eine ärztliche Bescheinigung bestätigt eine Schädelprellung. „Drei Wochen konnte ich nicht richtig essen.“ Richterin Antonia Kuhli will das Verfahren gegen eine Geldauflage von 300 Euro einstellen.

Auf dem Flur fangen die Anwälte der Angeklagten den 41-jährigen ab, um ein weiteres zivilrechtliches Vorgehen auszuschließen. Thorsten B. willigt ein, die Angelegenheit als erledigt zu betrachten, wenn Dennis H. 600 Euro als Entschädigung an ihn überweist. „Für mich sind die 600 Euro kein Problem“, zeigt sich auch Dennis H. mit der Einstellung des Verfahrens zufrieden.

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