Kreuztal schafft Inseln fürs Netz

In die Lampe kommt ein WLAN-Modul.
In die Lampe kommt ein WLAN-Modul.
Foto: Contur 2 ñ

Kreuztal..  Die Stadt Kreuztal stellt Bürgern und Gästen im Bereich des Roten Platzes, des Heugrabens und der Bahnhofs kostenloses WLAN zur Verfügung. Das hat der Infrastrukturausschuss am Montag mit neun gegen sechs Stimmen beschlossen. Die Gegenstimmen kamen aus den Reihen der CDU-Fraktion, die zumindest den noch kaum frequentierten Heugraben ausklammern wollte — ein Antrag, den Ausschussvorsitzender ­Andreas Müller (SPD) im März noch selbst gestellt hatte.

Investition von knapp 8000 Euro

Im Dezember hatten die Grünen im Rat beantragt, in der Stadtmitte kostenloses WLAN bereitzustellen, und die drei vorrangig zu berücksichtigenden Bereiche genannt. Das daraufhin entwickelte Konzept legte die Verwaltung dem Infrastrukturausschuss im März vor. Für die Investition von 16 000 Euro fand sich keine Mehrheit — weder in der Variante mit Heugraben noch in der ohne.

Jetzt lag ein Vorschlag mit den damals ins Gespräch gebrachten „Insellösungen“ auf dem Tisch. Mit einem WLAN-Modul am Rathaus, einem weiteren einer Leuchte auf der Nordseite des Roten Platzes und dem Sender in der Stadtbibliothek würden weite Bereiche des Roten Platzes sowie angrenzende Abschnitte der Marburger Straße abgedeckt. Am Heugraben könnte eine Leuchte mit einem WLAN-Modul ausgestattet werden; erreicht würden von dort der Festplatz und der Wohnmobil-Stellplatz. Ein weiterer Sender sollte nach Vorstellungen der Verwaltung in der Bahnhofshalle installiert werden. Die Gesamtkosten betrügen dann knapp 8000 Euro.

Anke Hoppe-Hoffmann (Grüne) regte an, für die Versorgung der Bahnhofshalle bei den Betreibern des Kiosks zu fragen, ob die eigene Bandbreite zur Verfügung stellen. Die Stadt könne dann stattdessen im Außenbereich investieren — konkret bei den Bushaltestellen, schlug Vorsitzender Andreas Müller (SPD) vor, da die Bahn AG die Bahnsteige selbst versorgen werde. So beschloss es dann auch die Mehrheit, die einem Antrag von Jochen Schreiber (SPD) folgte.

Arne Siebel (CDU) stellte fest, dass das Investitionsvolumen sich inzwischen halbiert habe, aber immer noch beträchtlich sei: „Weil wir uns wieder ein besonderes Knöpfchen an die Backe binden müssen“, urteilte der CDU-Fraktionschef, „andere Städte zahlen keinen Cent dafür.“ Siebel warnte vor der Ausgabe: Die jetzt eingesetzte Technologie sei „sicherlich endlich, vielleicht in anderthalb Jahren Schnee von gestern“. Einen dringenden Bedarf für das Angebot gebe es auch nicht. „90 Prozent haben ihr Internet im Handy.“

Jochen Schreiber (SPD) widersprach. Die Aufwertung der Innenstadt sei für Kreuztal ein „zentrales Projekt“, Zugang zum Internet gehöre dort „einfach dazu“. Dabei dürfe sich die Stadt nicht vom „Goodwill von Händlern und Gastronomen abhängig machen.“ Derzeit bieten im Stadtzentrum rund um den Roten Platz außer der Stadtbibliothek ein Geschäft im Kaufcenter und ein Café kostenfreien Internet-Zugang.