Kooperation mit japanischer Uni

Siegen..  Um vom deutschen Medizinfachmann zu lernen, reisen japanische Ärzte und Studenten regelmäßig mehr als 9000 Kilometer nach Siegen. Dieser Wissensaustausch soll weiter ausgebaut werden: Künftig kooperiert die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen mit der Medizinischen Fakultät der Universität Hokkaido in Sapporo (Japan).

Das hielten der Siegener Chefarzt Prof. Berthold Hell und Prof. Hiroki Nagayasu von der japanischen Universität nun schriftlich fest. In einer Absichtserklärung, dem „Memorandum of Understanding and Cooperation“, versprechen sich die Mediziner langfristige und enge Zusammenarbeit, um Wissen auszutauschen. „Der Vertrag ist ein guter Start für eine engere Zusammenarbeit“, betont Prof. Hell.

Schon mehrmals hospitiert

Yujiro Handa, Professor für Zahnmedizin in Sapporo, initiierte den Kooperationsbeschluss. Er hospitierte schon mehrmals bei dem Siegener Chefarzt und nahm auch einige seiner Studenten mit, um zu erfahren, wie deutsche Chirurgen arbeiten.

Prof. Hell, der bereits zum vierten Mal zum ärztlichen Direktor des Diakonie Klinikums Jung-Stilling gewählt wurde, ist Spezialist der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und führt teils sehr komplizierte Eingriffe durch. Während in Japan überwiegend Mund und Kiefer operiert werden, verlagert er wenn nötig ganze Gesichtspartien oder führt wiederherstellende Operationen nach Kiefertumoren durch. „Professor Hell ist ein Vorreiter seines Fachgebiets. Wir lernen hier innovative Operationstechniken kennen und können so unseren medizinischen Blickwinkel erweitern“, sagt Prof. Handa.

Auch Prof. Nagayasu, Chef-Chirurg für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Sapporo, ist nicht zum ersten Mal in Siegen, um Prof. Hell über die Schulter zu schauen. Prof. Nagayasu gehört in Japan zu den zehn besten Ärzten seines Fachgebiets und lehrt an der Universität.

Organisierte Vorgehen

„Der regelmäßige Austausch wäre für uns sehr nützlich. Deutsche Medizin ist in Japan hoch angesehen“, erklärt der Spezialist. Die japanischen Gäste interessieren sich aber nicht nur für operative Verfahren, sondern bewundern auch das organisierte und gezielte Vorgehen in deutschen Kliniken.