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„Konzept der Diakonie ist das einzig richtige“

04.10.2012 | 21:40 Uhr
„Konzept der Diakonie ist das einzig richtige“
Eine Einigung zwischen der SMS Group und der Diakonie im Siegerland ist nicht in Sicht.Foto: Steffen Schwab

Siegen/Kredenbach. Nach den gescheiterten Vermittlungsgesprächen zwischen der Diakonie in Südwestfalen (DIS) und der SMS Siemag über die Zukunft des Krankenhauses Kredenbach (wir berichteten) hat der Moderator der Runde, Pastor Günter Barenhoff, Stellung bezogen. Das von der DIS entwickelte Konzept sei langfristig die beste Lösung zur Standortsicherung.

„Eine Aufrechterhaltung der Hauptfachabteilung Chirurgie mit einer 24-stündigen Vorhaltung von Personal- und Sachressourcen ist wegen der zu erwartenden hohen Verluste bei der Größe dieses Hauses nicht zu verantworten.“ Die Grundversorgung der Bürger sei nach dem DIS-Konzept gesichert.

Kompromiss der SMS abgelehnt

Im Fokus der Gespräche vom Dienstag Abend hatte die Frage gestanden, ob die unterschiedlichen Modelle zur Weiterführung des Hauses zusammen gebracht werden können. Der Vorschlag der SMS Group: Das Krankenhaus baut ein Zentrums für Altersmedizin auf, wobei die chirurgische Vollversorgung erhalten bleibt. Das Defizit, das wegen der hohen Vorhaltkosten Chirurgie entstehen würde, sollte von der SMS Group getragen. Die DIS hätte dann ihren bereits auf den Weg gebrachte Antrag auf Bildung eines Zentrums für Altersmedizin abändern müssen. Denn bei Aufrechterhaltung einer chirurgischen Vollversorgung würde sich die Bettenzahl der Geriatrie verringern. „Dieser Vorschlag wurde seitens der Diakonie abgelehnt, ohne dass überhaupt über Details gesprochen wurde“, sagt Andreas Weber, der für die SMS Group am Tisch saß. Dadurch sei jede Basis für eine Kompromisslösung weggefallen. „Wir fragen uns selbst, was jetzt noch möglich ist.“ Ohne die Diakonie habe man keine Möglichkeit, Änderungen am Konzept herbeizuführen.

Für Pastor Barenhoff, der sich nach dem Ende der Verhandlungen nicht mehr zu eine Neutralität in der Sache verpflichtet fühlt („Meine Moderation ist ja beendet“) ist das Konzept der DIS zukunftsträchtiger, als die Fortführung eines Hauses, das auf Subventionen angewiesen sei. „Das Angebot der SMS, die bei Aufrechterhaltung der chirurgischen Hauptabteilung entstehenden Verluste zu übernehmen, konnte deswegen nicht angenommen werden, weil sie gleichzeitig mit der Forderung verbunden waren, das Konzept in der vorgesehenen Weise und die davor bereits auf den Weg gebrachte Antragstellung nicht weiter zu verfolgen.“ Eine Abhängigkeit wegen einer dauerhaften Subventionierung sei ein zu großes Risiko für die DIS. „Man muss sich fragen, wie sicher so etwas ist. Ein Maschinenbauunternehmen kann von konjunkturellen Schwankungen getroffen werden.“

Wegen der demografischen Entwicklung und der Krankenhaus-Struktur im Siegerland (Barenhoff: „Es gibt keine Unterversorgung der Bevölkerung.“) sei das Konzept der DIS das einzig richtige. „Die Einführung der Fallpauschalen hat das System verändert.“ Kleinere Häuser müssten sich spezialisieren, um zu überleben. „Viele Kliniken dieser Größe sind in den vergangenen Jahren geschlossen worden.“ Die Diakonie habe an dem Haus festgehalten, obwohl in den letzten Jahren rote Zahlen geschrieben worden seien.

Ein Verkauf an die SMS könne überdies kein Thema mehr sein, da ein solcher Fall einer Krankenhausneugründung gleich komme. „Die Chance, dass man hierfür einen Feststellungsbescheid erhält, ist unrealistisch. Das sei mittlerweile gemeinsame Auffassung. Im abgestimmten Ergebnisvermerk stehe: „Die fachliche Erörterung der Möglichkeit, die Standortsicherung durch einen Verkauf zu sichern, wird von allen Beteiligten unter den gegenwärtigen rechtlichen und krankenhausplanerischen Rahmenbedingungen als nicht realistisch bewertet.“

Boris Schopper


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