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Kommentar: Schwarzer Peter im „Quartett mit Weitblick“

Auf der Suche nach Geldquellen
Friedhof Allenbach: Bei der Erhöhung der Gebühren tut sich die Politik schwer. Werden sie zu teuer, steigt die Zahl derBeisetzungen im privat betriebenen Ruheforst— an denen die Stadt allerdings auch mitverdient.Foto:Steffen Schwab

G ebühren werden erhöht, Ideen für neue Steuern erzeugt. Viele Menschen in Hilchenbach, längst nicht mehr nur die Mitglieder des Rates, zerbrechen sich den Kopf über die städtischen Finanzen. Manche verfallen dabei sogar in den Irrtum, die Stadt hätte tatsächlich eine Chance, sich selbst vor dem stets drohenden Bankrott zu retten.

Und dann das: Eine Vormerkung von 80 000 Euro für die Sanierung des Ratssaals — sicher, nicht für den Etat 2015 berücksichtigt, aber immerhin schon einmal in den Raum gestellt. 20 000 Euro für die Anbindung des Bauhofs an das Richtfunknetz — bestimmt sinnvoll, aber vordringlich? Und jetzt, im Hauptausschuss am nächsten Mittwoch auf der Tagesordnung: die papierlose Ratsarbeit. Die Vorlage, über die die Stadtverordneten beraten sollen, jongliert zwar so lange mit Zahlen, dass sich die Umstellung unterm Strich kaum lohnt. Aber allein die Idee, jedem Ratsmitglied 500 Euro in die Hand zu drücken, damit es sich dafür einen Tablet-Computer kauft, macht einigermaßen sprachlos.

Vier Mal hat die Stadt im Zuge der Südwestfalen-Regionale die Bürgerschaft 2012 und 2013 zusammengetrommelt, um Ideen für die Dorfentwicklung zu erarbeiten. Dorfplatz Grund? Auch 2015 kein Geld. Bürgerhaus Helberhausen? Schon vorher abgeblasen. Kultureller Marktplatz Dahlbruch? Ein Wackelkandidat. Während das alles stockt und strauchelt, lädt die Stadt vier weitere Male ein. Workshops, Märkte, allesamt mit dem Begriff „Zukunft“ gekoppelt — für die Bewerbung als Leader-Region, um an EU-Gelder zu gelangen.

Dass Erwartungen erzeugt und dann enttäuscht werden, mag manchmal nicht vermeidbar sein. Der im Rathaus gezeigte Mut, Gedankenspiele über die Verschönerung der eigenen guten Stube oder über das Verschenken von Unterhaltungselektronik (an sich selbst) auch nur auszubreiten, wirkt indes als Provokation: Da werden Bürgerinnen und Bürger und das, was ihnen wichtig ist, nicht ernst genommen. Im selbst ernannten „Quartett mit Weitblick“ ist ein solches Hilchenbach kein Joker, sondern Schwarzer Peter.

Steffen Schwab

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2015-01-23 22:00
Nachrichten aus Siegen, Kreuztal, Netphen, Hilchenbach und Freudenberg