Kleine Schritte auf die große Bühne
30.09.2008 | 18:56 Uhr 2008-09-30T18:56:00+0200
Einmal ganz andere Menschen darstellen, Szenen erfinden, die Phantasie frei spielen lassen, und das ganz selbstsicher vor Publikum - darin üben sich zurzeit zehn Mädchen in der „Kreuztaler Theaterschule”.
Silvana (10) ist die Talkmasterin. Leicht hat sie es nicht - sprechen doch ihre beiden Interviewpartnerinnen eine gänzlich unverständliche Sprache, was natürlich zwei Dolmetscherinnen erforderlich macht. Und das Publikum stellt auch noch Fragen im „Silly-Talk”. Souverän gibt die Zehnjährige sie weiter. „Sehr gut”, lobt Jessica Höhn. Die Kinder verbeugen sich schließlich vor dem imaginären Publikum im Jugendtreff „Glonk”. Dann gibt es erst einmal Würstchen zum Mittagessen. Die sind allerdings echt, denn Theaterarbeit macht hungrig. Das Improvisationstheater, wie es die Theaterpädagogin Jessica Höhn und Susanne Kadletz vom „Off-Theater” Neuss mit den Kindern üben, erfordert einiges an Vorstellungskraft. Zum Beispiel, wenn als kurze Spielszene ein Besuch beim Arzt vorgegeben wird. Noch schwieriger ist es, eine Maschine darzustellen. Aber die „Zehn Fragezeichen”, wie sich die Gruppe selbst genannt hat, machen ihre Sache schon ziemlich gut. Auftritt, Vorstellung, und Abgang zur Musik - all' das will erst einmal gelernt sein. Schließlich kostet es die meisten schon einige Überwindung, auf eine Bühne zu treten und spontan etwas darzustellen. „Das macht aber mehr Spaß, als erst etwas auswendig zu lernen”, findet Elena (10). Der Weg über die Improvisation sei auch leichter, erläutert Jessica Höhn: „Vom Text zur Rolle ist es viel schwieriger als vom Spiel zum Text.” Zumal viele Kinder das Improvisieren bereits kennen, etwa aus Sendungen wie der „Schillerstraße”. Ähnlich wie dort wird es sein, wenn die „Zehn Fragezeichen” morgen im Littfelder Jugendtreff vor Publikum auftreten. Eltern, Großeltern und Geschwister sind eingeladen. Und sie werden ihren Teil dazu beitragen, indem sie Spielszenen vorgeben, allerdings innerhalb eines bestimmten Rahmens, damit es nicht gar zu schwierig wird. Bis dahin wird noch einen weiteren Tag lang tüchtig geprobt. „Man kann aber schon jetzt spüren, dass die Mädchen selbstbewusster geworden sind.”
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