Kleine Löschgruppen sind geduldig

Feuerwehrgerätehaus: Lützel
Feuerwehrgerätehaus: Lützel
Foto: WP

Hilchenbach..  Der Besuch kommt fast einen Monat nach den Haushaltsberatungen — dass die Eindrücke, die die Mitglieder des Bauausschusses gewinnen, noch irgendetwas am Etat für 2015 ändern, dürfen die Aktiven der Feuerwehr nicht erwarten. „Wir können sehr froh sein, dass wir so eine engagierte Feuerwehr in unserer Stadt haben“, sagt Vorsitzender André Jung (CDU) am Treffpunkt vor dem Feuerwehrgerätehaus in Grund. Dass mit mehr als diesen warmen Worten nicht zu rechnen ist, weiß niemand besser als Löschgruppenführer Christoph Rothenberg. Schließlich ist er der Haushaltsfachmann der FDP-Ratsfraktion.

Grund

Den Versuch, die jahrelang immer wieder präsentierten Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen, unternimmt Rothenberg auch diesmal wieder: Er zeigt den blauen Overall, der einst als Einsatzkleidung der Feuerwehrmänner genügte, und stellt dagegen die voluminöse Schutzausrüstung der Wehrleute von heute, die sich die Stadt immerhin rund 1200 Euro pro Kopf kosten lässt. Stadtbrandinspektor Harald Stecher mahnt: Solange die Spinde der 16 Feuerwehrleute den Raum mit dem Kleintanklöschfahrzeug teilen, führt kein Weg an der Absauganlage vorbei. „Darauf wird die Unfallkasse bestehen.“ Das Problem, dass die Kleidung dort so leicht nicht trocknet, wird damit aber auch nicht gelöst.

110 000 Euro kostet der gewünschte Anbau für einen Schulungsraum, der Platz in dem 1963 errichteten und 1990 geringfügig erweiterten Gerätehaus schaffen würde. In den Haushaltsplan aufgenommen wurde das Vorhaben auch diesmal wieder nicht. In der Verwaltung wird auch eine Alternative erwogen: Fast in Sichtweite befindet sich die als Bürgerhaus genutzte Kapellenschule.

Lützel

Als zweite Station steht Lützel auf dem Besuchsplan. „Der Außenputz müsste dringend gemacht werden“, mahnt Löschgruppenführer Jens Zimmermann, der sich auf 20 aktive Wehrleute verlassen kann. Auch hier fehlt die Absauganlage. Blickfang in der Fahrzeughalle ist der Oldtimer aus dem Jahr 1985, der noch die Aufschrift „Löschzug Lützel“ trägt. Das könne nur vom „Ziehen“ kommen, witzelt Ernst Erich Becker (SPD) und plaudert aus alten Handspritzen-Zeiten. Das Tragkraftspritzenfahrzeug daneben ist korrekt mit „Löschgruppe Lützel“ beschriftet, die mit Vormwald und Helberhausen zusammen den fünften Löschzug der Stadtfeuerwehr bildet.

Vormwald

Woran es in Vormwald hapert, muss Löschgruppenführer Eckhard Hoffmann gar nicht erst erklären. Die Halle für das Kleintanklöschfahrzeug ist so schmal, dass niemand mehr vorbeikommt, wenn die Fahrzeugtür geöffnet ist. Die Verhältnisse seien „offensichtlich sehr beengt“, stellt Bauausschussvorsitzender Jung fest. Die Toiletten befinden sich in dem von Kita und Vereinen genutzten Gebäudeteil der früheren Schule, den einzigen Umkleideraum müssen sich die 18 Männer und sechs Frauen teilen, die Dusche ist unbenutzbar. „Grenzwertig“ nennt Stadtbrandinspektor Harald Stecher diese räumlichen Bedingungen, „die Mannschaft ist noch ziemlich ruhig.“ Vielleicht auch, weil die Nachbarn des großen Hilchenbacher Löschzugs ahnen, dass die Politik wieder einmal ans Sparen denken könnte — wie vor fast zehn Jahren, als die Löschgruppe Allenbach aufhören musste.

Aktiver Nachwuchs

Nachwuchssorgen haben die Löschgruppen in Grund und Vormwald nicht: Sieben Jugendliche sind in Vormwald aktiv, fünf in Grund. In Lützel wächst die Jugend gerade nach: Ein Kind schnuppert schon einmal — bei der Kinderfeuerwehr in Erndtebrück.
Die Hilchenbacher Feuerwehr besteht aus den Löschzügen Hilchenbach, Dahlbruch und Müsen, dem Zug IV mit den beiden Löschgruppen Grund und Oechelhausen/Ruckersfeld und dem Zug V mit den Löschgruppen Lützel, Vormwald und Helberhausen.