Kleine Löschgruppe kommt nicht zur Ruhe

Dieses Feld in den Einsatzberichten würde die Feuerwehr zu gern ausfüllen. Bislang bleibt das Feld für Verursacher leer.
Dieses Feld in den Einsatzberichten würde die Feuerwehr zu gern ausfüllen. Bislang bleibt das Feld für Verursacher leer.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Alarm trifft fast immer die Löschgruppe Hammerhütte. Schon 25 Einsätze gehen auf das Konto des Feuerteufels, der Siegen seit Ende Dezember in Atem hält.

Siegen..  Die Löschgruppe Hammerhütte ist seit Dezember 25 Mal wegen vorsätzlich gelegter Feuer ausgerückt, die wohl auf das Konto des Brandstifters gehen, der die Stadt in Atem hält. „Es schickt“, sagt Löschgruppenführer Sebastian Appel. Denn die Sorge in seinem 30-köpfigen Team ist groß, dass sich der Brandstifter steigert. Dass es nicht bei Containern und Fahrzeugen bleibt und Menschen zu Schaden kommen könnten.

100 Einsätze im Jahr

Normalerweise hat die Löschgruppe 100 Einsätze im Jahr, ein bis zweimal pro Woche. Allein im Januar sind es jetzt schon 26 Einsätze. Darunter auch ein Baum, der im Stumme-Loch-Weg auf eine Stromleitung gekracht ist, und zwei Fehlalarme von

Brandmeldeanlagen bei der Sparkasse und am Jung-Stilling-Krankenhaus. BMA – das war bislang immer der häufigste Einsatzgrund der Löschgruppe Hammerhütte. Die Löschgruppe Hammerhütte ist besonders betroffen, weil die Brandstiftungen zwischen Eiserfelder Straße und Rosterberg in ihrem Einsatzgebiet passierten. Viele Kameraden wohnen auch in dieser Gegend und sorgen sich, wie so viele andere Menschen in Siegen, um ihre Autos.

Los ging es am 30. Dezember, als die ersten Container am Real-Markt an der Eiserfelder Straße brannten. „Damals dachten wir noch, das war so ein Jungs-Streich zu Silvester“, sagt Appel. Dann brannte Anfang Januar das erste Auto. „Wir sind dafür da, die Einsätze zu fahren.“

Bei der Löschgruppe wurde in der vergangenen Woche sogar eingebrochen. Der Dieb nahm ein Funkgerät mit. Die Feuerwehrleute gehen fest davon aus, dass auch dieser Diebstahl auf das Konto des Feuerteufels geht. Der Dieb hatte wohl gehofft, Funksprüche mitzuhören. „Das Gerät war nach einer Stunde ausgeschaltet“, sagt Sebastian Appel. Nutzlos also.

Das Gefühl, dass jemand im Gerätehaus gewesen ist, sei zwar unangenehm. Persönlich würden sie das jedoch nicht nehmen. Ebenso wie diesen Satz: „Das war doch bestimmt einer von euch.“ Den bekommen Sebastian Appel und seine Kollegen in den vergangenen Wochen nämlich sehr häufig zu hören. Auch bei Facebook wird diese Behauptung immer wieder in den Raum gestellt. „Damit müssen wir leben“, sagt Appel. So sieht es auch Siegens Feuerwehrchef Matthias Ebertz: „Der Vorwurf kommt schnell. Da es leider Feuerwehrleute gegeben hat, die Brände gelegt haben.“

Die meisten Einsätze waren bislang am Nachmittag und am Abend. „Das waren lange Tage bisher“, sagt Appel. Denn auch wenn lediglich ein Container brennt, steckt viel Arbeit dahinter. Das eigentliche Löschen sei nur ein kleiner Teil. Danach müsse noch aufgeräumt werden, das Material fit gemacht und ein Bericht geschrieben werden. So kommen locker 60 Minuten für einen Containerbrand zusammen. Im Gerätehaus sei nun abends immer jemand da. „Wir haben das alle im Hinterkopf.“

Höhepunkt war bislang Dienstag, 20., und Mittwoch, 21. Januar. Da wurde die Wehr zu fünf Einsätzen gerufen, obwohl es sogar sechs Brandstiftungen gab; das Feuer in der Tiefgarage bei Dornseifer löschten die Angestellten selbst. Kein Einsatz für die Hammerhütter Wehr. „Bis gleich“, sagen die Feuerwehrleute zum Abschied, weil man ja nie weiß, wann man sich wiedersieht. Seit der Brandserie sagen die Kameraden: „Bis Mittwoch“. Dann ist nämlich der Übungsabend. Alltag, den wünschen sich alle.

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