Keine Sternstunde

Eine Sternstunde war das nicht — die sollte bei diesem Thema in Hilchenbach auch niemand mehr erwarten. Sicher, angemessen wäre es schon gewesen, dem Publikum zu erklären, woher nun auf einmal wieder das große Einvernehmen kommt, nachdem sich Befürworter und Gegner monatelang Wortgefechte geliefert haben. Doch das Ergebnis heiligt wohl die Mittel. Dürfte sich zumindest Kino-Besitzer Jochen Manderbach gedacht haben, der von der Zuschauerbank aus Beifall klatschte.

Wirklichkeit ist der Kulturelle Marktplatz damit noch lange nicht. Die nächste Ausstiegsmöglichkeit hat die CDU deutlich benannt und haben auch die Skeptiker in anderen Fraktionen vor Augen: den Moment, in dem die Studie vorliegt und sich der Plan als nicht finanzierbar erweist.

Dann schlägt erneut die Stunde derer, die überzeugt von diesem Kulturellen Marktplatz sind. Und die sich im Zweifelsfall auch länger mit einem Schlagloch oder einer klammen Friedhofshalle arrangieren. Weil sie daran glauben, dass dieses Freizeit- und Kulturzentrum das aussterbende Städtchen zukunftsfähig macht. Sie müssen die gewinnen, die gestern nur opportunistisch abstimmten: um das Thema aus dem Bürgermeisterwahlkampf herauszuhalten.