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Freudenberg muss...

Keine schnelle Lösung für marode Bäder

27.02.2009 | 20:30 Uhr

Der Sportausschuss hat sich erneut dafür ausgesprochen, in Freudenberg ein Angebot für den Schwimmsport aufrechtzuerhalten. Bis zur Ratssitzung am 4. Juni soll auch der bautechnische Teil des Bädergutachtens durch die Verwaltung aufgearbeitet werden, damit dann über die Zukunft von Hallen- und Freibad entschieden werden kann.

Es mache Sinn, beide Angebote „auf Dauer an einem Ort zu konzentrieren”, sagte Achim Loos (CDU) und sprach sich damit für das Ganzjahresbad im Gambachtal azus. Solange das aber nicht verwirklicht sei, „bin ich froh über jeden Tag, den wir das Hallenbad noch haben.” Diese Ansicht teilte Rainer Beel (fraktionslos) nicht: „Das Hallenbad müsste schnellstens zugemacht werden.” Peter Kulik (CDU) sah allerdings wenig Chancen, die Lösung für die städtischen Bäder schnell zu finanzieren: „Ich halte eine kurzfristige Entscheidung nicht für möglich.”

Einen positiven Aspekt las Olaf Smolny, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales, aus dem Gutachten des Bundesfachverbandes Öffentliche Bäder heraus: Was den Zuschussbedarf angehe, stehe Freudenberg im Vergleich zu anderen Kommunen „gar nicht so schlecht” da. Das ändere aber nichts am Sanierungsbedarf, meinte Ulrich Haas (SPD). Das Hallenbad sei „marode”. Das Freibad werde noch mit Strom beheizt - und jeden Tag gingen dort 20 Kubikmeter Wasser verloren. Letzteres musste Bürgermeister Eckhard Günther bestätigen: Das Freibadbecken wurde bei der Sanierung 1982 in das ursprüngliche Becken gebaut. Wäre das undicht, „wäre das der SuperGAU”. Andererseits: Das meiste Wasser für das Freibad wird dem Gambach entnommen - und da fließt es dann auch, so oder so, wieder hinein.

Die Zahlen aus dem Gutachten: Knapp zwei Millionen Euro würde die „Totalsanierung” des 37 Jahre alten Hallenbades kosten. Das 1965 eröffnete Freibad hat einen Substanzwert von 1,1 Millionen Euro. Etwas darüber liege der Preis für die Sanierung. „Damit ist aber das Freibad noch nicht modernisiert oder gar attraktiviert.” In einem Ganzjahresbad würde ein Teil des Freibad-Schwimmerbeckens mit fünf Bahnen zum Hallenbad. Draußen blieben ein ganzjährig offenes Warmwasserbecken, ein Sommerbecken für Schwimmer und ein Sommer-Planschbecken. Im Sommer kann die Fassade des Hallenbades geöffnet werden.

Rund 300 000 Euro

Defizit werden bleiben

Der Quasi-Neubau eines Hallenbades würde 8,1 Millionen Euro kosten, die Neugestaltung des Freibad-Teils 1,6 Millionen.Wenn die Stadt sich erschließt, das Allwetterbad um eine Sauna mit Saunagarten zu erweitern, würden weitere zwei Millionen Euro gebraucht. Neben Zinsen und Tilgung werden die jährlichen Betriebskosten fällig. Am Ende würde, nach Abzug der Einnahmen, für die Stadt im Ganzjahresbad ohne Sauna ein Zuschussbedarf von knapp 340 000, mit Sauna von weniger als 300 000 Euro bleiben. Damit, so die Gutachter, würde eine Kostendeckung von 56,5 Prozent oder - mit Sauna - von 68,6 Prozent erreicht. Derzeit decken die Eintrittsgeldeinnahmen beim Freibad 42,4 Prozent, beim Hallenbad im Büschergrunder Schulzentrum nur 19,8 Prozent der Kosten.

Steffen Schwab

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