Keine Lösung für Altstadtverkehr

Freudenberg..  Klaus Dörner (FDP) ereiferte sich: „Es ist ungeheuerlich, den Alten Flecken kaputt machen zu wollen“, sagte das sachkundige Mitglied des Bauausschusses, als es um verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Altstadt ging. Die Diskussion war am Ende so verfahren, dass die SPD-Fraktion ihren Antrag – Teil eines ganzen Pakets in Sachen Generalverkehrsplan – zurückzog. So geschieht vorläufig: nichts.

Dörner regte sich darüber auf, dass die immer wieder aufkeimende Debatte um den Verkehr in der Altstadt eigentlich überflüssig sei. Denn in allen Straßen des Flecken seien Verkehrszeichen mit eindeutiger Vorgabe („Spielstraße“) angebracht, die deutlich machten, dass es sich um einen verkehrsberuhigten Bereich handele: „Das bedeutet: Höchstgeschwindigkeit sechs Kilometer.“ Das genüge laut Klaus Dörner, die Raser zu stoppen. Aber: „Die wissen das gar nicht.“ Überhaupt, so der FDP-Vertreter, störe der Durchgangsverkehr die Besucher der Straßencafés nicht. Der Dauerbrenner Altstadt hat in den letzten Wochen Bürger, Geschäftswelt und Gastronomie beschäftigt. Die Stadt suchte den Kompromiss für die Schaffung einer saisonal eingegrenzten Fußgängerzone – bevorzugt in der Marktstraße, wo sich die Lokale mit Außengastronomie befinden.

Altstadtbeauftragter Richard Flender hatte mit Betroffenen gesprochen und überbrachte die Erkenntnis, dass die negativen Erwartungen einer sommerlichen Absperrung an Wochenenden die positiven Auswirkungen übertreffen. Er regte einen Modellversuch an.

Emotionales Thema

Ausschussvorsitzender Peter Kulik (CDU) hatte am Anfang der Sitzung noch die Hoffnung, ein „Ergebnis zu erzielen“. Doch musste er am Ende einsehen, dass Verkehrsberuhigung in der Altstadt ein sehr emotional diskutiertes Thema ist. Die Verwaltung ihrerseits hatte schon vor dem Hintergrund der Vorbehalte in der Bürgerschaft vorgeschlagen, auf den autofreien Flecken zu verzichten.

SPD-Chef Arno Krämer indessen war „entsetzt“ über die ablehnende Haltung, die dem Antrag der Fraktion entgegen geschlagen war. Es gehe nicht an, dass in der Altstadt „durchgerast“ werde. Wenn Verkehrsberuhigung erfolge, sollte Bürgern und Gewerbetreibenden „Vorteile“ gewährt werden – in einer Probephase, die für den Sommer 2016 vorzusehen sei.

Auch wenn keine Entscheidung fiel, sei dies „nicht das letzte Wort“ in Sachen Altstadt, wie es Vorsitzender Kulik ausdrückte, der sich ebenfalls vom Ergebnis der Diskussion enttäuscht zeigte. Wenn der SPD-Antrag schon zurückgezogen werde, solle die Verwaltung wenigstens untersuchen, „was im Alten Flecken möglich“ sei. Baudezernent Hartmann hatte zu Sitzungsbeginn geäußert, die Verwaltung sehe voraus, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen „von der Bevölkerung nicht mitgetragen werden“.