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Keine Hauruckaktion - Sieg braucht Konzept

20.06.2007 | 08:58 Uhr

Siegen. (bw) Nicht nur Politiker können sich die Sieg ohne ihr Betondach vorstellen. Auch der Siegener Wasserbauer Prof. Dr. Jürgen Jensen beschäftigt sich schon lange mit der innerstädtischen Fluss-Überkragung. Die politische Diskussion verfolgt er mit S

Grundsätzlich verbessere ein Abriss der Betonplatte das innerstädtische Erscheinungsbild, stellt Prof. Jensen, Leiter des Forschungsinstituts Wasser und Umwelt, fest. Allerdings genüge es nicht, den Betonkragen einfach abzureißen: "Das geht nur in Zusammenhang mit weiteren Maßnahmen." Die städtebauliche Verbesserung sei nur ein Aspekt. "Auch die nächste große Hochwasserwelle muss vernünftig abgeleitet werden."

Prof. Jensen, der sich intensiv mit dem Hochwasserschutz auseinander gesetzt hat, wies im Gespräch mit der WR darauf hin, dass bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser die gesamte Innenstadt gefährdet sei - wenn die Sieg nicht optimal ausgebaut werde: "Auch alle neuen Gebäude wie Apollo-Theater, Sieg-Carre? oder City-Galerie wären davon betroffen."

Der Spezialist für Wasserbau und Hydromechanik spricht sich deshalb für ein Gesamtkonzept aus: "Und das kann nur in einem wasserbaulichen Modellversuch genau untersucht werden." An seinem Institut im Gebäude Paul-Bonatz-Straße sind die technischen Möglichkeiten und die wissenschaftliche Kompetenz vorhanden. "Es wäre eine ideale Aufgabe für ein interdisziplinäres Team und für uns eine große Herausforderung."

Wie müsste ein Gesamtkonzept aussehen? Genaues kann laut Prof. Jensen erst der Modellversuch ergeben. Grundsätzlich brauche die Sieg einen gewissen Anstau, um auch an heißen Sommertagen eine gespannte Wasserfläche zu bekommen". Diese verbessere das Kleinklima. Außerdem sei sie sonst in Trockenperioden eher ein Rinnsal, das armselig mit den Zivilisationsrückständen dahinfließt."

Wichtig sei die Einbindung des Einmündungsbereichs der Weiß gegenüber dem Apollo-Theater: "Der Querschnitt muss breit genug sein." Gestaut werden müsse die Sieg direkt hinter der Weiß-Einmündung - zum Beispiel mit einer "rauen Rampe", einem Bauteil mit steiler Neigung. Prof. Jensen: "Wehre werden nicht mehr genehmigt - es sei denn mit ,Fischtreppen'."

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