Kein Ort mehr für illegale Müllentsorgung

Gosenbach..  Der Blick von der Gosenbacher Höhe auf Siegen ist bei klarem Wetter überwältigend. Ausgebreitet auf den sieben Hügeln liegt die Stadt vor dem Beobachter. Bis vorige Woche war dieses Bild allerdings getrübt: Denn dort befand sich seit Jahren eigentlich ein Container-Standort der Stadt Siegen, ausgestattet mit mehreren Papier- und Glas-Iglus. Doch die sind weg – auf Beschluss des Bezirksausschusses Eiserfeld vom vorigen November. Der Grund: Die zunehmende Neigung mancher Menschen, ihren Haus- und Sperrmüll neben die Wertstoffbehälter zu stellen.

Eisdiele und Wohnzimmer

Es war nicht mehr mit anzusehen, was so manche Zeitgenossen dort abluden. Nahezu komplette Einrichtungen – vom Wohnzimmer bis zur Eisdiele, wie im Ausschuss verlautete –, Autobatterien mit giftigem Inhalt, ausgediente Kochtöpfe, einmal eine Charge von mehreren Kartons mit gefüllten Einmachgläsern: Für die dort tätigen Recyclingunternehmen, die mehrmals wöchentlich die Container entleerten, ein unmöglicher Zustand.

Die Stadtreinigung, die für den Abtransport des Unrats zwischen und neben den Containern zuständig ist, kam gar nicht mehr nach, die zur illegalen Müllkippe verkommene Wertstoffannahmestelle im Außenbereich des Stadtteils aufzuräumen. Außerdem beklagten sich Nachbarn darüber, dass herumfliegender Abfall auf ihre Grundstücke geriet. Zudem nutzten auch zahlreiche Ortsfremde die Abgelegenheit des Standplatzes, um kostenfrei ihren Müll zu entsorgen.

Alternativen im Ort

Gelang es, Papier und Glascontainer trotz der sich türmenden Abfallberge zu entleeren und auch die zwischen den Behältern deponierten Hinterbleibsel wegzuschaffen, sah es tags darauf schon wieder aus wie zuvor. Die FDP ergriff daher die Initiative und stellte den Antrag an den Bezirksausschuss, den viel frequentierten Standort aufzugeben.

Das ist jetzt geschehen; Wer dort hinkommt, wird von der Stadt darauf hingewiesen, dass ab sofort jegliches Abladen von Abfällen aller Art dort nicht möglich ist. Da die Nutzer ja wegen der isolierten Lage ohnehin mit dem Auto kommen, empfiehlt das Stadtreinigungsamt Alternativen in der Umgebung. Das sind die Standplätze Auf der Kunst und Auf der Alm, ebenfalls in Gosenbach.

Wo die Behälter standen, ist jetzt nichts. Eine eingefahrene Gewohnheit, beim Passieren der auch als Buswende dienenden Fläche mal eben Altpapier und -glas loszuwerden, ist nicht mehr praktikabel. Für ein halbes Jahr soll beobachtet werden, wie es sich auf der Gosenbacher Höhe entwickelt. Das heißt nach Auskunft der Stadt nicht unbedingt, dass nach dieser Frist der Containerstandort wieder eingerichtet wird. Nachteiliger Nebeneffekt: Ebenfalls nicht mehr da ist ein Altkleidercontainer, den eine gemeinnützige Organisation aufgestellt hatte.