Kein Hundeschwimmen in Geisweid – Diskussion auf Facebook

Tierarzt Jörg Schwenke mit Hündin "Magarethe" will das Hundeschwimmen in Geisweid durchsetzen. Die Stadt Siegen lehnt seinen Wunsch auch in diesem Jahr ab.
Tierarzt Jörg Schwenke mit Hündin "Magarethe" will das Hundeschwimmen in Geisweid durchsetzen. Die Stadt Siegen lehnt seinen Wunsch auch in diesem Jahr ab.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Sollen Hunde nach der Sommer-Saison im Freibad Geisweid eine Woche schwimmen dürfen? Der Wunsch von Hundehalter Jörg Schwenke wird von vielen Tierfreunden auf Facebook geteilt. Die Stadt Siegen ist gegen das Hundeschwimmen wegen der kritischen Stimmen aus der Bevölkerung.

Siegen.. Margarethe schwimmt gerne. Sie ist eine richtige Wasserratte, sagt ihr Herrchen. Der Australian Shepherd lebt bei Jörg Schwenke. Manchmal fahren sie gemeinsam an die Bigge zum Abkühlen. „Da liegen oft Scherben“, erzählt Jörg Schwenke. Das Ufer ist nirgendwo vernünftig erschlossen. Für Hunde kein idealer Badeort. Und der nächste Hundestrand ist an der Glörtalsperre in Hagen. Viel zu weit, wie Jörg Schwenke findet.

Facebook-Post an Bürgermeister

Er will mit seinem Hund hier in Siegen schwimmen. In einem Facebook-Post wendet er sich direkt an den Bürgermeister: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Steffen“, schreibt er, „Die Freibadsaison 2015 ist im Siegerland im Gange und nachdem ich 2013 angeregt hatte, die Bäder eine Woche nach Abschluss der Saison an einem Wochenende für Hunde freizugeben, hatte das Geisweider Freibad sich ja bereit erklärt und einen Tag lang für Vierbeiner geöffnet.“

Damals kamen rund 100 Tiere, tollten nach Saisonende im alten ungechlorten Wasser. Ein Erfolg, wie der Tierarzt meint. 2014 folgte eine Absage der Stadt. Doch „steter Tropfen höhlt den Stein“. Jörg Schwenke versucht es wieder.

In seinem Post auf Facebook will er alle Bedenken zerstreuen: „Eine Woche nach Saisonabschluss, in der das Wasser der Freibäder weder gechlort, noch umgewälzt wird, öffnen die Bäder ein Wochenende lang ausschließlich für Hunde in Begleitung ihrer Besitzer. Das Wasser wird nicht mehr durch die internen Leitungen und Pumpen bewegt und verbleibt bis zur Reinigung und dem Ablassen in den Becken.“

Vielen Menschen gefällt der Vorschlag

Das Wasser sei daher weder für die Hunde schädlich, noch würden Verschmutzungen entstehen, die gegen die Hygieneregeln der Freibäder verstoßen. 35 000 Menschen hat der Post bisher erreicht. Vielen gefällt der Vorschlag. „Tut nicht weh, verursacht keine Mehrkosten – den Hunden gefällt es genauso wie sonst unseren Kindern... Und jetzt die Frage aller Fragen: Haben Politiker auch ein Herz für Hunde?“, heißt es. Und: „Ich find’s super , auch wenn meine beiden Hunde extrem wasserscheu sind. Aber ein toller Gedanke , wenn ich da an all die „Wasserratten“ denke. Hoffentlich klappt es diesmal!“

Kritische Stimmen zum Hundeschwimmen aus der Bevölkerung

Es melden sich auch Skeptiker. „Also generell find ich die Idee nicht schlecht. Aber fragt ihr euch eigentlich nicht wer das saubermachen soll? Geschweige von den Leuten, die dann die Arbeit damit haben. Ich rede von den Hundehaaren...“, schreibt jemand.

Die Stadt lehnt ein Hundeschwimmen in diesem Jahr ab: „Wie dem Vertreter für „Hundeschwimmen im Freibad“ mitgeteilt wurde, war hierfür ausschlaggebend, dass in der Bevölkerung sowie bei den Betreiber- und Fördervereinen der Bäder kritische Stimmen aufgekommen waren, die für Hunde in solch hochwertigen, öffentlichen Freizeiteinrichtungen insbesondere aus hygienischen Gründen wenig Verständnis zeigten.“

Jörg Schwenke will es weiter versuchen

Diese Bedenken lassen sich bis heute nicht aus dem Weg räumen. Jörg Schwenke reagiert gelassen. „Manchmal sieht man doch auch Entenfamilien, die auf dem Wasser landen. Das regt niemanden auf.“ Er will es weiter versuchen, „jedes einzelne Jahr.“

Folgen Sie uns auch auf Facebook .