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Gebrüder-Busch-Kreis

Kein guter Start für

14.02.2012 | 15:24 Uhr
Kein guter Start für
Dr. Hans Christhard Mahrenholz hatte am Montagabend einiges zu sagen.

Hilchenbach.Alle Jahre wieder in der kalten Jahreszeit treffen sich die Mitglieder des Gebrüder-Busch-Kreises zur Jahreshauptversammlung, blicken auf das vergangene Jahr zurück, bekommen das Programm der nächsten Saison vorgestellt und verzichten einmal mehr auf eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags und der Eintrittspreise. So war es auch in dieser Woche – und doch auch um einiges anders.

Die Erndtebrücker Kulturinitiative zog ein positives Fazit der letzten Saison – präsentierte aber kein neues Programm. Die Gemeindeverwaltung habe mit Hinweis auf den Nothaushalt die eigentlich für 2011 schon avisierten 1500 Euro erstmals nicht gezahlt, berichtete Heinz A. Seelbach.

Bürgermeister und Kämmerer hätten angekündigt, noch eine Möglichkeit zu suchen. Sollte die Verwaltung sich aber aus der Verantwortung stehlen, behalte sich die Kulturinitiative vor, zumindest für eine Zeit ihre Aktivitäten einzustellen. „Es geht mir nicht um die 1500 Euro, die ließen sich sicher auch durch einen privaten Sponsor bekommen“, sagte Heinz A. Seelbach. Wenn die Politik aber ihrer Verantwortung nicht nachkomme, müsse die Kultur eben in den Streik treten.

Es sei eine gesetzliche Regelung in Arbeit, die die Kommunen ermächtige, auch im Nothaushalt die Kultur zu fördern, machte Geschäftsführer Hartmut Kriems Hoffnung für die Zukunft. Das heiße sicher nicht, dass plötzlich große Summen fließen können: „Aber die Räte müssen sich dann aktiv damit auseinander setzen.“ Hilchenbachs Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab wollte sich zur Politik in Erndtebrück nicht äußern, „aber wir in Hilchenbach haben unsere Hausaufgaben gemacht“. Es gehe auch eher um symbolische Summen, um die Arbeit der Kulturschaffenden anzuerkennen.

Der zweite große „Aufreger“ kam bei der Vorstellung des Jahresprogramms, das unter anderem eine Aufführung des „Woyzeck“, eine Parabel zum Thema Missbrauch mit Renan Demirkan („Zweifel“) und einmal mehr eine Produktion von Ellen Schwiers (Hartmut Kriems: „Sie ruft mich an und ich kann einfach nicht Nein sagen“) umfasst.

Für den 25. April kündigte der Geschäftsführer ein Konzert mit der Philharmonie unter der Leitung des neuen Chefdirigenten Charles Olivieri-Munroe an, der damit endlich sein Debüt beim Gebrüder-Busch-Kreis gebe. Dass dies so lange gedauert habe, sei schlichtweg ein Affront, kritisierte Wolfgang Ruth. „Ein Dirigent, der nur an zehn Terminen im Jahr zur Verfügung steht, ist nicht der Mann, den wir brauchen“, schimpfte Ehrenvorsitzender Dr. Hans Christhard Mahrenholz. Der „Neue“ benehme sich schofelig, hetze gegen Hilchenbach und wolle den Sitz des Orchesters nach Siegen verlegen.

Eine Diskussion darüber „hier bei uns“, bringe leider nichts und löse das Problem nicht, bedauerte der Vorsitzende Hans Jochen Müller und erinnerte sich mit sichtlichem Unbehagen an die Diskussionen um die Nachfolge von Russell N. Harris.

Er sei auch nicht glücklich mit der Entscheidung: „Aber die Experten haben uns ja gesagt, dass es schon richtig so ist.“ „Experten bitte in Anführungsstrichen“, hängte Dr. Hans Christhard Mahrenholz an.

Michael Kunz

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