Kein Grund zur Hysterie
17.12.2008 | 22:20 Uhr 2008-12-17T22:20:00+0100
Die Folgen der Finanzkrise seien auch in Siegen-Wittgenstein spürbar. Anlass für Schwarzmalerei und Hysterie sieht Jörg Dienenthal aber nicht. „Niemand hat eine Kristallkugel”, warnt der Vorsitzende des Verbandes der Siegener Metallindustriellen vor zuviel Pessimismus.
Traditionell wurden zum Jahresende die 51 heimischen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie befragt, die mit rund 15 000 Beschäftigten eine wesentliche Größe in der Region verkörpern. Die Stimmung sei definitiv schlechter geworden, 2009 werde allgemein als schwieriges Jahr erwartet. Dennoch betrachten Dienenthal und der VdSM-Geschäftsführer Joachim Schmidt-Classen die Unternehmen im Kreisgebiet wesentlich besser aufgestellt, als in früheren Rezessionen. Wobei niemand das Ausmaß und die Dauer der jetzigen Krise kenne. „Nur eins ist klar, alles ist globaler und schneller geworden, von den alten Intervallen, sieben gute und sieben schlechte Jahre, kann niemand mehr ausgehen”, sagt Jörg Dienenthal.
„Am Anfang war es ja nur eine Finanzkrise, niemand hat mit diesen Auswirkungen gerechnet”, gibt der Siegener Unternehmer zu. Die Folgen für die heimischen Unternehmen seien interessanterweise firmenbezogen. Bei seinem eigenen Unternehmen gebe es auch Stornierungen und Verschiebungen von Aufträgen. „Trotzdem sind wir über 2009 hinaus mit Aufträgen gebucht”, sagt er weiter. Nach den Hochzeiten der jüngeren Vergangenheit sei eine durchaus heilsame Normalisierung eingetreten, die den Mitarbeitern auch ein nötiges Verschnaufen gestatte. Andererseits gebe es Betriebe, in denen die Auftragslage ganz anders aussehe. Im Vergleich zum Kreis Olpe mit seinen vielen Autozulieferern sei die Lage in Siegen-Wittgenstein aber sehr viel besser, ergänzt Joachim Schmidt-Classen.
Beide loben die regionale Zusammenarbeit mit der IG Metall, die flexibel genug sei, um Lösungen für die aktuellen Probleme mitzusuchen und auch zu finden. Es seien auch Gespräche geführt worden, um die Lage der Leiharbeiter künftig zu verbessern.
Größere Entlassungen befürchten beide vorerst nicht. Die Unternehmen seien bemüht, ihre wertvollen Fachkräfte zu halten. Auch an den Ausbildungsquoten soll sich erst einmal nichts ändern.
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