Kein Geld für zwei neue Bäder
27.05.2011 | 18:29 Uhr 2011-05-27T18:29:00+0200
Freudenberg.Die Stadt steht vor der Entscheidung, ihre Bäder entweder kostspielig zu sanieren oder weiterhin jedes Jahr viel Geld in die laufenden Reparaturen zu stecken. Tillmann Henrich vom Zentralen Gebäudemanagement zeigte dem Schul- und Sportausschuss auf, welche Möglichkeiten sich bieten.
Auf jeden Fall ist die komplette Technik des Freibads in der Gambach erneuerungsbedürftig. Das wird Kosten von 465 000 Euro verursachen, die in nächster Zeit fällig werden dürften. Darüber hinaus hat sich die Verwaltung von einem Gelsenkirchener Fachbüro mehrere Varianten erarbeiten lassen, mit welchem Aufwand das Freibad saniert, umgebaut oder sogar ein neues Hallenbad errichtet werden könnte.
Jenseits aller
Vorstellungskraft
Die letztere Möglichkeit, der Hallenbadneubau inklusive der Freibadsanierung, ist jenseits aller Vorstellungskraft von Politikern und Verwaltung. Allein ein neues Hallenbad – ebenfalls in der Gambach – würde über sieben Millionen Euro kosten. Dazu ein Edelstahlbecken für das Freibad, ganz nach dem Vorbild des Freibads in Geisweid: Das wären noch einmal zwei bis drei Millionen Euro.
Was jedoch unbedingt in der Gambach geschehen muss, ist der Bau eines unterirdischen Sammelbehälters mit 40 Kubikmetern Rauminhalt. Denn bei Planung der bevorstehenden Filtersanierung hat sich ergeben, dass es beim Spülvorgang Probleme gibt. Die Spülgeschwindigkeit ist derart gestiegen, dass die gereinigten Wässer in die Kanalisation gedrückt würden. Deshalb wird ein Überlauf gebraucht, um die Verluste zu verhindern.
Verlangsamen lässt sich die Spülgeschwindigkeit aus „badewasserhygienischen Gründen“ nicht, wie Tillmann Henrich darlegte. Fachbereichsleiter Olaf Smolny wies aber darauf hin, dass die Wasserqualität des Freibads wohl in Ordnung sei, dies aber nur durch höhere Chemikaliendosierung gewährleistet werde.
Alternative wäre
auch ein Naturfreibad
Im Zuge einer Sanierung des Schwimmbeckens, in dem jedes Jahr für 5000 Euro herabgefallene Fliesen erneuert werden müssen, würde dann eine Längsbahn wegfallen – je nach Standortwahl im oberen oder unteren Bereich.
Weitere, jedoch nicht genauer untersuchte Alternative wäre der Umbau des Freibads in ein technikfreies Naturfreibad – nach dem Vorbild vieler anderer Kommunen, die ihre Bäder von den teuren Folgekosten befreit haben. Bürgermeister Günther sagte, dass es sich bei diesen Planungen nur um einen „Zwischenschritt“ handele, der dem Fachausschuss zur Kenntnis gebracht werde. Für Herbert Hainke (CDU) war klar, dass die Stadt „keinen Gedanken an Investitionen in solcher Höhe“ verschwenden könne. Auch Ausschussvorsitzender Horst Fischer vermutete, dass der Traum von einem Ganzjahresbad – der Kombination von Hallen- und Freibad – wohl nicht wahr werde.
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