Kein Geld für Neugestaltung der Grunder Mitte

Hilchenbach..  Besonders begrüßt im Bauausschuss wurde gestern in der ersten Sitzung des Jahres der wiedergenesene Baudezernent Klaus Kleber. Nach reichlichen frohen Wünsche für das neue Jahr ging es an die Haushaltsberatungen. Und da war es mit der freundlichen Stimmung schnell wieder vorbei. Zumindest, was einige Wortmeldungen anging.

Ziel des Unmutes war vor allem Ortsvorsteher Martin Born aus Grund, der dem Gremium als beratendes Mitglied angehört und gar nicht zufrieden damit war, dass nicht ein Cent für die Neugestaltung der Dorfmitte im Haushaltsentwurf steht. Der Eigenanteil der Stadt beträgt nach jetziger Rechnung 57 000 Euro. Die müssten unbedingt eingestellt werden, verlangte Born. „Ich bin nicht bereit, noch länger Engagement einzubringen, wenn es wieder verschoben wird. Die Bürger sind auch frustriert. Dann kann es auch beerdigt werden“, machte er der Runde deutlich.

In 40 Jahren habe er einen solchen Zungenschlag nicht erlebt, wies Klaus Stötzel (SPD) das Vorbringen zurück. Mit einem solchen Verhalten werde sich Born garantiert „viele Freunde machen“. Politische Arbeit erfordere nun einmal manchmal einen langen Atem und nicht eine Alles-oder-Nichts-Einstellung.

Stadtrat Udo Hoffmann hatte zuvor erklärt, die Summe reduziere sich auf etwa 45 000 Euro, wenn 8000 Euro Sportpauschale und jene 4000 Euro eingestellt würden, die Grund im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen hatte. Trotzdem sei es gute Tradition im Ausschuss, „keine Luftschlösser zu bauen“, stellte der Vorsitzende André Jung (CDU) und forderte Vorschläge für eine Streichung anderer Maßnahmen in eben dieser Höhe. Born hatte bereits angeregt, 20 000 Euro für neue Baumscheiben auf dem Marktplatz und 80 0000 Euro für die geplante Erneuerung der Brücke „Unterm Wäldchen“ zu streichen.

Budget zu verwalten

Die Maßnahmen könnten doch geschoben werden. Das gehe eben nicht, widersprach der zuständige Sachgebietsleiter Michael Schwenke. Beides sei unaufschiebbar, sonst müsse etwa die Brücke gesperrt werden. Dann solle Grund eben ohne Gegenfinanzierung in den Haushaltsplan, blieb der fraktionslose Ortsvorsteher stur. Leider fehle im Ausschuss ja wohl der Wille, Alternativen überhaupt zu überlegen

Arne Buch (CDU) verwehrte sich danach ebenfalls gegen den Tonfall des Mannes aus Grund. Ob Brücken abgerissen und durch einen Fährverkehr ersetzt werden sollten, fragte er polemisch. Der Ausschuss habe ein gewisses Budget zu verwalten und könne nicht einfach irgendwelche Entscheidungen über nicht vorhandene Mittel fällen. Für die Grünen gab Dr. Peter Neuhaus zu bedenken, dass es unglücklich sei, Erfolge in Dorfwettbewerben zu bejubeln und dann das Engagement auf diese Weise abzuwürgen. „Eine Lösung für dieses Dilemma“, habe er aber auch nicht. Letztlich wurde das Projekt auf 2016 verschoben.