Kein flächendeckendes Tempo 30 in Freudenberg

Freudenberg..  Zu teuer, zu aufwendig: Eine flächendeckende Ausweisung aller Wohngebiete in Freudenberg auf Tempo 30 ist aus Sicht der Verwaltung nicht erforderlich. Daher wird dem Bau- und Verkehrsausschuss am Donnerstag, 11. Juni, ab 17.30 Uhr im Rathaus empfohlen, einem entsprechenden Antrag der Alternativen Liste nicht zu folgen.

Der Ausschuss hatte sich bereits mehrfach mit der Einrichtung von Tempo-30-Zonen befasst, zuletzt 2001. Damals wurde festgestellt, dass die noch nicht als Tempo-30-Zonen ausgewiesenen Straßen zumeist in Wohngebieten liegen und es sich überwiegend um relativ enge Straßen handelt, die sich in einem schlechten Zustand befinden und von Anliegern befahren werden. Durch den schlechten Zustand der Straßen erfolge bereits eine gewisse Verkehrsberuhigung, ebenso durch in den Straßen geparkte Fahrzeuge.

Daher wurde schon seinerzeit die Einrichtung weiterer Tempo-30-Zonen abgelehnt. Daran habe sich bis heute nichts geändert, argumentiert die Verwaltung, außer dass sich der Straßenzustand teilweise weiter verschlechtert habe. Es sei jedoch immer wieder festzustellen, dass es sich bei Autofahrern, die eine Straße zu schnell befahren, zum größten Teil um ortskundige Anwohner handelt. Diese ließen sich auch durch das Aufstellen von Verkehrszeichen oder die Aufbringung von Fahrbahnmarkierungen nicht zum langsameren Fahren animieren.

Sollte jedoch dem Antrag der Alternativen Liste stattgegeben und beim Kreis Siegen-Wittgenstein für die noch nicht als Tempo-30-Zonen ausgewiesenen Straßen eine Beschilderung beantragt werden , seien eine Vielzahl weiterer Tempo-30-Zonen-Kombinationen erforderlich und müssten aufgestellt werden.

Bis zu 100 neue Schilder wären nötig

Für alle Straßen abseits der Landes- und Kreisstraßen und außerhalb der Industriegebiete, seien mindestens 96 bis 100 Schilderkombinationen erforderlich, die Kosten in Höhe von 8800 bis 9200 Euro für die Verkehrszeichen selbst sowie für ebenfalls erforderliche Technik und Befestigung verursachen. Es könnten nur wenige bereits vorhandene Tempo-30-Zonen-Schilder umgesetzt werden, um die Zonen zu vergrößern. Zur Verfügung standen im Haushaltsplan 2015 insgesamt 10 000 Euro. Davon seien allerdings bereits bestellte Verkehrszeichen und Zubehör gezahlt, so dass noch 8067 Euro zur Verfügung standen. Hinzu kämen noch die Bauhofkosten für das Aufstellen oder Versetzen der Verkehrszeichen.

Überdies müssten die Verkehrszeichen regelmäßig unterhalten, also gereinigt und freigeschnitten werden. Wegfallen würden hingegen nur wenige Verkehrszeichen, da in den meisten Wohngebieten zumeist die Rechts-vor-links-Regelung gilt.