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Katholiken werfen Diakonie Respektlosigkeit vor

29.06.2012 | 12:00 Uhr
Katholiken werfen Diakonie Respektlosigkeit vor
Diakonie Klinikum Kredenbach Blumenrevolte

Kreuztal/Hilchenbach. In der Debatte um das evangelische Krankenhaus in Kredenbach melden sich nun die katholischen Kirchengemeinden des nördlichen Siegerlandes zu Wort. Sie „bitten dringend“, ,,das Angebot der SMS Siemag „fair zu beraten und dann für den Verkauf zu entscheiden“.

„Zurücksetzend“ und stellenweise „respektlos“ sei der Umgang der Diakonie mit dem Kaufangebot der SMS Siemag AG, heißt es in der Stellungnahme des Pastoralverbunds Nördliches Siegerland. Und: „Man kann sich leider des Eindrucks nicht erwehren, dass das Krankenhaus zu einem Spielball geworden ist.

Mit einem ganzen Katalog an Fragen stellt der Pastoralverbund, zu dem die drei Kirchengemeinden St. Augustinus Keppel (Dahlbruch-Hilchenbach), St. Johannes Baptist (Kreuztal) und St. Ludger und St. Hedwig (Krombach) gehören, das Konzept der Diakonie in Frage. In der Vergangenheit seien „häufige Veränderungen selten wirklich erfolgreich“ gewesen. „Was müssen wir von den häufigen Ärztewechseln in diesem Krankenhaus halten? Stimmt es, dass sogar schon Ärzten Stellen in anderen Krankenhäusern angeboten wurden?“

Angebot „nicht unbedacht“

Die Gemeinden fragen, „ob die Grundversorgung der stationären Chirurgie gewährleistet werden kann, wenn die Notfallchirurgie doch nur eine Tagesklinik ist“. Die mögliche Kooperation mit dem Kreisklinikum in den Bereichen Geriatrie und Neurologie könne, so fürchtet der Pastoralverbund, „eher zu einer weiteren Schwächung des Standortes Kredenbach“ führen.

Wissen möchten die katholischen Gemeinden, warum es „völlig egal“ zu sein scheine, dass das Personal selbst ganz eindeutig für den Verkauf sei. Die Diakonie habe das Kaufangebot von Heinrich Weiss mit einer „durchaus scharfen Zurückweisung“ beantwortet. „Ein Unternehmen von Weltrang wie die SMS hat mit den Fragen der Veränderung ständig zu tun und muss langfristig tragende Antworten finden – daher gehen wir davon aus, dass solch ein Angebot natürlich nicht unbedacht kommt.“ Auch dem katholischen Pastoralverbund sei die Erhaltung des christlichen Profils des Krankenhauses wichtig. DieseEinschätzung werde von SMS Siemag geteilt.

Sorge machen sich die katholischen Gemeinden, dass Förderverein und Herta-Weiss-Stiftung ihre Unterstützung zurückziehen könnten. „Oder ist das gar Teil der Strategie?“



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