Katholiken blicken in die Zukunft

Silke Braun, Marita Schäfer, Dechant Werner Wegener, Dieter Hahn, Thomas Wienkamp und Pfarrer Ludwig Reffelmann (von links)  präsentieren die Pastoralvereinbarung.
Silke Braun, Marita Schäfer, Dechant Werner Wegener, Dieter Hahn, Thomas Wienkamp und Pfarrer Ludwig Reffelmann (von links) präsentieren die Pastoralvereinbarung.
Foto: Pastoralverbund Netpherland

Netphen..  Die Gemeinden im neuen Pastoralverbund Netpherland haben ihre Pastoralvereinbarung abgeschlossen, die jetzt in der St. Sebastian-Kirche in Walpersdorf unterschrieben wurde. Begonnen hatten die Arbeiten im Jahr 2012, als die Vorbereitungen getroffen wurden für die Errichtung des neuen Pastoralen Raumes am 1. Januar 2013 durch ein Dekret des Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker.

10086 Katholiken leben im Pastoralverbund Netpherland, das sind 42 Prozent der Einwohnerschaft. Die Pastoralvereinbarung zitiert die Bevölkerungsprognosen: Die Gesamteinwohnerzahl Netphens wird bis 2030 von über 24 000 auf knapp 22 000 zurückgehen, die Gruppe der 18- bis 65-Jährigen von 15 388 auf 11 744 schrumpfen, die Gruppe der über 65-Jährigen um etwa die Hälfte von 4640 auf 6876 wachsen. „Diese Entwicklung spiegelt sich bereits jetzt im Gemeindeleben und wird auch für unsere Zukunft deutliche Auswirkungen haben.“

7 Pfarreien und Pfarrvikarien sind im Pastoralverbund Netpherland zusammengeschlossen: die Pfarreien St. Martin Netphen und St. Cäcilia Irmgarteichen, die Pfarrvikarien Namen Jesu Dreis-Tiefenbach, St. Nikolaus Salchendorf und St. Sebastian Walpersdorf. Damit umfasst der Pastoralverbund das gesamte Stadtgebiet mit Ausnahme von Herzhausen, das zur Pfarrei St. Augustinus Keppel im Pastoralverbund Nördliches Siegerland gehört.

4 Zukunftsthemen prägen das Programm des Pastoralverbundes, mit deren deren Erarbeitung am 19. Januar 2013 begonnen wurde : „Aus der Taufberufung leben – Katechese“, „Gottesdienst und Sakramente“; „Ehrenamt – Engagement aus Berufung“; „Missionarisch Kirche sein – Pastorale Orte und Gelegenheiten“; „Caritas und Weltverantwortung – Diakonisches Handeln“. Innerhalb von zwei Jahren trafen sich auf vielen Ebenen und in unterschiedlichen Zusammensetzungen Vertreter aus den Gemeinden und dem Pastoralteam und erarbeiteten das Papier,. Mitte 2014 wurde das Leitwort verabschiedet: „Wir schauen aus nach dir, dem Quell unseres Lebens.“

5 katholische öffentliche Büchereien zählen zu den weiteren „pastoralen Orten“ neben densieben Kitas in kirchlicher Trägerschaft, den künftig drei Jugendheimen der offenen Tür in Dreis-Tiefenbach, Netphen und — neu — in Irm­garteichen und den beiden Altenheimen (davon eins in katholischer Trägerschaft). Wegen der zurückgehenden Zahl katholischer Schüler haben die Gemeinden die Seelsorgestunden in den Grundschulen eingestellt. „Der Kontakt zu den weiterführenden Schulen ist leider nicht regelmäßig.“

14 Kirchen und Kapellen sind im Eigentum des Pastoralverbundes, , elf Pfarrhäuser, -heime und -büros sowie zwei Friedhöfe. Älteste Gebäude sind Netphens altes Pfarrhaus, heute Vikarswohnung und Bücherei (1748), die St. Josefs-Kapelle in Eckmannshausen (1861), die Kreuzkapelle auf dem Netphener Kreuzberg (1868), die Pfarrkirche St. Martin (1895), das heute als zentrales Pfarrbüro genutzte Schwesternhaus in Netphen (1910) und die St. Nikolaus-Kirche in Salchendorf (1923/24). Vergleichsweise neu sind die Pfarrheime in Eckmannshausen (1981/82) und Salchendorf (1982/83) sowie die Grissenbacher Kapelle (1985).

2 Pfarrhäuser möchte der Pastoralverbund bis 2016 verkaufen: das Pfarrhaus Irmgarteichen und das Pfarrvikariehaus Salchendorf . Bereits 2011 hat die Kirche ihr Dreis-Tiefenbacher Pfarrhaus verkauft. Entschieden werden soll bis Ende 2016 über die als Pfarrheim genutzte ehemalige Walpersdorfer Schule: „Eine Sanierung ist mit einem hohen Kostenaufwand verbunden, den die Kirchengemeinde nicht tragen kann.“. Erwähnt wird schließlich auch die 1968 erbaute Deuzer Kirche: Der Kirchenraum sei groß und schlecht isoliert, entsprechend hoch seien die Energiekosten. Dies bereite „Sorge auf Zukunft hin“. Zwei Kindergartengebäude sind in kirchlichem Eigentum, die anderen von der Stadt gemietet.

1 zentrales Pfarrbüro ist im alten Schwesternhaus in Netphen eingerichtet. Außenstellen bleiben in Walpersdorf und Irmgarteichen.

Auch der Erzbischof unterschreibt

Am 14. März 2015 wurde die vorläufige Pastoralvereinbarung vor- und zur Diskussion gestellt.

Am Pfingstsonntag wurde das Werk unterschrieben vom Leiter des Pastoralverbundes, Pfarrer Werner Wegener, von den geschäftsführenden Vorsitzenden der Kirchenvorstände, vom Vorstand des Gesamtpfarrgemeinderates und vom stellvertretenden Dechanten des Dekanats Siegen, Pfarrer Ludwig Reffelmann.

Die Pastoralvereinbarung wird an das Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn weitergeleitet. Auch der Erzbischof wird durch seine Unterschrift der Vereinbarung zustimmen.

In einem Festgottesdienst am Christkönigssonntag (22. November) wird dann im Auftrag des Erzbischofs Prälat Thomas Dornseifer die Pastoralvereinbarung überreichen.

Die Pastoralvereinbarung im Netz: www.pv-netpherland.de