„Kampagne gegen die Uni-Schule“

Gymnasien. Im Artikel „Gymnasialdirektoren machen sich Sorgen“ fragt der Vorsitzende der Westfälisch-Lippischen Direktorenvereinigung sich selber, ob es „redlich ist, das Gymnasium um des Gymnasiums willen zu erhalten“. Das klingt vernünftig und ergebnisoffen. Herr Käuser fordert ein besseres „Übergangsmanagement“ beim notwendigen Wechsel der Kinder von der Grundschule auf eine weiterführende Schule. Er beklagt, dass diese „Kernbaustelle ... seit Jahren und Jahrzehnten nicht wirklich angegangen wird“. Diese Argumentation ist nun doch etwas unredlich.

Im Jahr 2013 wurde von der Verwaltung der Stadt Siegen in wissenschaftlicher Begleitung durch die Universität Siegen die Einführung der sogenannten Uni-Schule vorgeschlagen. „Von der Kita bis zum Abitur“ war das Motto für gemeinsames Lernen. Unterschiedliche Leistungen sollten auch an dieser Schule in unterschiedliche Abschlüsse münden – aber ohne den Bruch nach der Grundschule, wo bei vielen Kindern ihr Potenzial noch nicht wirklich erkennbar ist. Die Idee fand viel Zustimmung – zunächst öffentlich auch bei Herrn Mues, Bürgermeister der Stadt Siegen.


Bis dann das konservative gymnasiale Milieu in Siegen eine Kampagne gegen die Uni-Schule startete – zum Teil mit unwahren Behauptungen. Der interviewte Vorsitzende ist auch Direktor des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums in Siegen und von dort hat sich niemand stark gemacht für das bessere „Übergangsmanagement“ der Uni-Schule – im Gegenteil. Etwas mehr Redlichkeit wäre schön.

Dipl.-Päd.,
sachkundiger Bürger im Schulausschuss der Stadt Siegen für die Fraktion Die Linke