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KAB ruft zu Spenden von Organen auf

10.04.2011 | 17:18 Uhr
KAB ruft zu Spenden von Organen auf

Siegen. Bei Organtransplantationen handelt es sich zwar heute um ein etabliertes Behandlungsverfahren. Sie bleiben aber dennoch ein seltenes medizinisches Ereignis. Dies hat Oberarzt Dr. Schmelling, der Transplantationsbeauftragte des St. Marienkrankenhauses, in seinem Vortrag zum Thema „Organspende“ bei der KAB im Pfarrheim St. Michael ausgeführt.

Der Anästhesist informierte über dieses aktuelle Thema, das für viele Menschen über Nacht zu einer Frage über Leben und Tod werden kann. Im Falle von Transplantationen werden die Verfahren und die unterstützenden Begleitmedikamente von Jahr zu Jahr zuverlässiger, sagte der Arzt.

Pro Jahr sind etwa 4000 Organverpflanzungen (davon etwa 1300 postmortal und 2700 Lebendspenden) zu verzeichnen, wobei der Bedarf an Spenderorganen dramatisch höher liegt. Von 1963 bis 2010 gab es in der BRD insgesamt 103 125 Transplantationen, davon etwa 67 000 Nieren-, 15 500 Leber-, 10 500 Herz-, 3300 Lungen und 2800 Pankreas-Transplantationen.

Für die Organentnahme kommen in Deutschland beatmete, aber hirntote Intensivpatienten in Frage, deren Kreislauf aufrecht erhalten werden kann. Binnen 24 Stunden müssen die Organe nach der Entnahme reimplantiert werden. Die Koordination übernimmt dabei die „Deutsche Organspende Stiftung“, kurz DSO oder europaweit die „Eurotransplant“ (ETRL) in Leiden/Niederlande.

Unter dem
EU-Durchschnitt

Auf einen erheblichen Missstand machte der Referent ebenfalls aufmerksam: Obwohl 97 Prozent der Bundesbürger wissen, dass jeder sich selbst einen Organspendeausweise ausstellen kann, verfügen gerade einmal 17 Prozent über einen Ausweis. So waren 2010 lediglich 1300 Verstorbene gleichzeitig Organspender, das war eine Quote, die weit unter dem Durchschnitt in der Europäischen Union liegt. So stehen zurzeit allein 8000 Nierenkranke auf der Warteliste, wobei von einer durchschnittlichen Wartezeit von sechs Jahren ausgegangen wird.

Die Veranstaltung endete mit einem Appell des KAB-Vorsitzenden Gerhard Cimiotti, christliche Nächstenliebe in Form eines Organspendeausweises zu zeigen, damit Menschen lebensrettend geholfen werden kann.

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