Jutta Ostermann verlässt die Diakonie
28.04.2011 | 18:08 Uhr 2011-04-28T18:08:00+0200
Siegen. Ende Juni verlässt Jutta Ostermann die Diakonie in Südwestfalen. Die Theologische Direktorin wechselt wieder in den Dienst der Hannoverschen Landeskirche und übernimmt dort eine Gemeindepfarrstelle.
Diese Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, sagt Ostermann. Als „Grenzgängerin zwischen Kirche und Diakonie“ hätte sie aber „eindeutigere Strukturen gebraucht, um die gemeinsame Aufgabe voranzubringen“. Der eingeschlagene Weg sei richtig, eine Direktorenstelle bei der Diakonie bedürfe allerdings künftig einer besseren „Verankerung“.
Ostermann ist seit einem Jahr im Siegerland tätig. Seinerzeit hatten Kirchenkreis und Diakonie-Gremien die Position einer theologischen Direktorin neu geschaffen. In ihrer Funktion war Ostermann unter anderem Geburtshelferin für ein Diakonie-Leitbild und hat die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen vorangetrieben. Sie hat auch die Arbeit des Ethikkomitees der Diakonie forciert. Das Miteinander von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen sei durch Ostermanns Wirken neu belebt worden, lobt Superintendentin Annette Kurschus.
Weggang als Appell
Umso mehr bedauern Kirchenkreis, Gesellschafter, Verwaltungsrat und Geschäftsführung den Weggang der Pfarrerin. Kurschus: „Ihre Kompetenz, ihr Einsatz und ihre Leidenschaft werden hier fehlen.“ Die Arbeit Ostermanns bleibe für die Zukunft „wertvoll und wirkungsvoll“. Man verstehe den Weggang der Theologin deshalb auch als Appell. „Die Funktion einer theologischen Leitung in der Diakonie ist unverzichtbar. Die angestrebte Leitungsverantwortung muss strukturell klarer bestimmt werden.“
Gesellschafterversammlung und Verwaltungsrat der Diakonie beraten im Mai über die zukünftige Ausgestaltung der Stelle. Unmittelbar danach soll sie wieder ausgeschrieben werden, wie Pfarrer Christoph Meyer und Pfarrer Günther Albrecht bekunden, die dem Ev. Krankenhausverein Siegerland und dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis vorstehen. Beide sind Gesellschafter der Diakonie in Südwestfalen – neben der Ev. Kirchengemeinde Elsey. Meyer: „Wir sehen eine theologische Leitung als Chance für Kirche, Diakonie und die Menschen, denen wir helfen.“ In den Einrichtungen der Diakonie in Südwestfalen werden jährlich mehr als 100. 000 Menschen beraten, betreut und behandelt. Mit einer besseren Struktur könne die christliche Ausrichtung der Arbeit weiter an Bedeutung gewinnen, hofft Meyer.
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