Justiz auf der Apollo-Bühne
05.05.2010 | 17:13 Uhr 2010-05-05T17:13:00+0200Siegen. Die Justiz spielte im Apollo-Theater am Mittwoch eine Hauptrolle.
Auf dem Programm stand der Festakt zur Verabschiedung von Landgerichtspräsident Gerd Ulrich Hammer und die Amtseinführung seiner Nachfolgerin Dagmar Lange. Sie ist die erste Frau im Chefsessel der Siegener Behörde.
Johannes Keders, Präsident des Oberlandesgerichts Hamm, dankte Gerd Ulrich Hammer „für seinen vorbildlichen Einsatz für die Justiz”. Für Dagmar Lange, die zuletzt Vizepräsidentin am Landgericht Dortmund war, sei die Aufgabe in Siegen „ein Nachhausekommen”. Sie war – wie berichtet – vorher bereits mehrere Jahre Direktorin des hiesigen Amtsgerichts.
Die Festrede hielt Jan Söffing, Staatssekretär im Justizministerium. Er betonte die „offene, geradlinige und kollegiale Art” Hammers. Er habe eine beeindruckende Justizkarriere „wie sie im Buche steht” absolviert – als Richter und Amtsgerichts- sowie Landgerichtsdirektor: „Er war ein Glücksfall für die Justiz in NRW.” Dagmar Lange sprach er „profunde Fähigkeiten zur Analyse” sowie erfrischenden Humor und natürlichen Charme zu: „Sie wird die Herausforderungen glänzend meistern.”
Bürgermeister Steffen Mues lobte in seinem Grußwort das Landgericht als bedeutenden Arbeitgeber und wichtigen Standortfaktor für Siegen. Landrat Paul Breuer hob die Verantwortung der Richterinnen und Richter hervor: „Gerd-Ulrich Hammer und Dagmar Lange vertreten eine wesentliche Säule des Gemeinswesens.”
Für den Richter- und Personalrat des Landgerichts sicherte Elfriede Dreisbach der neuen Chefin die gleiche Loyalität zu, wie sie ihr Vorgänger erfahren habe. Kritisch setzte sich Jörg Becker, Vorsitzender des Anwaltsvereins, mit der Situation der Justiz auseinander. Dass Richter auf die Straße gehen müssten, um bessere Bedingungen zu erkämpfen, sei ein Armutszeugnis. Gerd-Ulrich Hammer betonte in seinem Dankeswort, dass der Bezirk „ordentlich aufgestellt” sei. Und der erklärte Kinofan Dagmar Lange sprach die Hoffnung aus, ihre neue Rolle „drehbuchgerecht” erfüllen zu können.
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