Junge Eltern lernen einen Beruf

Siegen-Wittgenstein..  Das Teilzeit-Ausbildungs-Programm TEP bereitet Mütter und Väter darauf vor, wie sie Familie und Berufsausbildung am geschicktesten vereinbaren können. Sie erhalten Unterstützung dabei, eine Berufswahl zu treffen, die zu ihnen und ihrem Leben passt. Sie erfahren, wie sie potenzielle Ausbildungsbetriebe ausfindig machen und diese überzeugen können.

Das Programm ermöglicht mehrere Teilzeitpraktika von maximal vier Wochen. Zugleich erhält der Ausbildungsbetrieb einen ersten Einblick in die Teilzeitausbildung. Derzeit wird bereits Ausschau gehalten nach Betrieben aus dem handwerklichen Bereich wie Tischlerei oder Steinmetzbetriebe, in der Dienstleistung wie zum Beispiel Friseure oder im Einzelhandel, sowie Firmen, die kaufmännischen Berufe oder Tätigkeiten in der Metallindustrie anbieten.

Hochmotivierte Mütter und ein Vater begründen im Seminarraum der Alternative Lebensräume GmbH, die Trägerin des Projekts ist, warum sie strebsame Auszubildende sind. „Wir sind stresserprobter“, sagt eine junge Frau und eine andere ergänzt: „Wir können Verantwortung übernehmen, sind besser organisiert.“

Vorsprung durch Erfahrung

Das unterstreicht auch Dozent Michael Schumacher, der aus seiner langjährigen Berufspraxis mit Jugendlichen und Schülern berichtet: „Schulabgänger sind es unter Umständen nicht gewohnt, selbstständig eine Lösung zu erarbeiten. Die Mütter und Väter hier haben große Bereitschaft an Probleme­ heranzugehen, sie haben einen anderen Blick.“

Noch auf der Suche ist der einzige Mann im Kurs. Seit November ist er alleinerziehender Vater, der sich bislang mit Zeitarbeitsverträgen durchgeschlagen hat. Er sucht eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer. Die Kinderbetreuung seines fünfjährigen Sohnes ist gesichert, wenn er in die Ausbildung einsteigt. Bei einer Teilzeitausbildung wird die Arbeitszeit reduziert und die Vergütung daran angepasst. Die Ausbildungsdauer in Jahren ändert sich dabei nicht. „Wir helfen auch den Betrieben bei der Gestaltung des Ausbildungsvertrages, begleiten nach dem Start Azubi und Betrieb für weitere acht Monate und stehen mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Projektleiterin Ursula Rauscher.

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