Jörg Schrader will Kämmerer in Nachbarstadt Siegen werden

Freudenberg..  Elf Jahre lang hat er es auf dem Posten des Freudenberger Stadtkämmerers ausgehalten. Jetzt strebt Jörg Schrader nach Höherem: Der 42-Jährige möchte in gleicher Position in die Nachbarstadt Siegen wechseln.

Schrader gehört zu den 17 Bewerberinnen und Bewerbern, die ihren Hut in den Ring geworfen haben – drei Jahre nach seiner Wiederwahl im März 2012.

Vorgänger ging zum Kreis

Seinerseits verzichtete der Rat der Stadt Freudenberg auf eine Ausschreibung und wählte den Kämmerer und Beigeordneten für weitere acht Jahre in sein Amt. Bürgermeister Eckhard Günther warb für die erneute Benennung des städtischen Finanzdezernenten mit den Worten: Ihm sei „nicht bange, dass Herr Schrader auch in den nächsten acht Jahren Visionen habe und Strategien zum Wohle der Stadt entwickeln werde“. So steht es in der Niederschrift. Freudenberg hat Erfahrung mit Spitzenbeamten, die sich nach einer gewissen Zeit wieder wegbewerben.

So erging es der Kommune bereits mit Schraders Vorgänger Thomas Damm, der bekanntlich Kämmerer des Kreises Siegen-Wittgenstein wurde und noch immer ist. Auch aus anderen Abteilungen der Freudenberger Stadtverwaltung hat sich in der Vergangenheit der eine oder andere Beamte erfolgreich anderweitig um eine besser dotierte Position beworben. Das ist nahezu Alltagsgeschäft: In Siegen ist nach Verabschiedung von Kämmerer Reinhold Baumeister eine der seltenen B3/B4-Stellen frei geworden.

Das sind drei bis vier Gehaltsgruppen über dem, was die deutlich kleinere Stadt Freudenberg zu bieten hat.

Welche Chancen der ambitionierte Kleinstadtkämmerer mit CDU-Parteibuch bei der Wahl am 18. Februar im Siegener Rat haben wird, wissen nur die damit befassten Gremien. Klar ist: Nach Durchsetzung seines Haushaltssicherungskonzeptes mit dem Ziel, das Etatdefizit bis 2022 abgebaut zu haben, würde Jörg Schrader es mit ungleich gewaltigeren Herausforderungen zu tun bekommen.

Immerhin: Die von ihm beklagte Finanzmisere an seiner bisherigen Wirkungsstätte hat er – nicht zuletzt dank seines erfolgreichen Vorstoßes zur Erhöhung der Grundsteuer B – in den Griff bekommen. Denn wenn es darauf ankam, hat Jörg Schrader den Freudenberger Politikern ihre Situation mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Seine Brandreden und Warnungen gehören fast schon zum Ritual vor den alljährlichen Haushaltsberatungen.