Jagdhunde müssen lange lernen

Werner Horstkötter, Präsident des Deutschen Jagdgebrauchshundverbandes, Jan Schafberg, Geschäftsführer des Deutschen Jagdgebrauchshundverbandes, Tobias Paulsen, Verein Waldland Hohenrot, Dr. Franz Petermann, Deutscher Jagdgebrauchshundverband, Henning Setzer, Leiter der Unteren Jagdbehörde beim Kreis Siegen-Wittgenstein,. Martin Kindig, Kreisjagdberater und Diethard Altrogge, Leiter des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein (von rechts) freuen sich über die Pfostenschau
Werner Horstkötter, Präsident des Deutschen Jagdgebrauchshundverbandes, Jan Schafberg, Geschäftsführer des Deutschen Jagdgebrauchshundverbandes, Tobias Paulsen, Verein Waldland Hohenrot, Dr. Franz Petermann, Deutscher Jagdgebrauchshundverband, Henning Setzer, Leiter der Unteren Jagdbehörde beim Kreis Siegen-Wittgenstein,. Martin Kindig, Kreisjagdberater und Diethard Altrogge, Leiter des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein (von rechts) freuen sich über die Pfostenschau

Hohenroth..  Warum heißt ein Schweißhund Schweißhund? Und was bedeutet apportieren? Zwei von vielen Fragen, die auf Hohenroth beantwortet wurden. Dorthin hatten das Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein und der Verein Waldland Hohenroth, unterstützt von der Kreisjägerschaft Siegerland-Wittgenstein und den Deutschen Jagdhundgebrauchsverband, zur Pfostenschau für Jagdhunde eingeladen. Rund 100 Hunde aus 40 unterschiedlichen Rassen wurden im Laufe des Tages an die extra eingeschlagenen Pfosten gelegt und den vielen Besuchern fachkundig vorgestellt.

Der Schweißhund und sein Name

Nach den einleitenden Hornklängen des Jagdhornbläsercorps Wilgersdorf wurden die Hundeführer und Besucher von Forstdirektor Diethard Altrogge begrüßt. Werner Horstkötter, Präsident des Jagdgebrauchshundverbands (JGHV) in Deutschland, freute sich, dass die wichtige Arbeit der Jagdhunde vor und vor allem nach der Jagd gewürdigt werde. Horstkötter ging kurz auf die Änderungen im Jagdgesetz ein. Niemand könne glücklich darüber sein, wenn die Möglichkeiten zur Ausbildung der Jagdhunde durch das Jagdgesetz eingeschränkt würden.

Ein Urgestein im deutschen Jagdgebrauchshundwesen führte anschließend durch das Programm der Pfostenschau. Der fast 90-jährige Dr. Franz Petermann war viele Jahre im Jagdgebrauchshundverband für Hundeprüfungen verantwortlich. Auf Hohenroth stellte er sein enormes Wissen unter Beweis und erklärte kurzweilig die unterschiedlichen Hunderassen.

Und wie war das nun mit dem Schweißhund und seinem merkwürdigen Namen? „Jäger nennen das Blut bei Wild, das beispielsweise nach einem Wildunfall verletzt wird, eben Schweiß.“ Und ganz spezielle Hunde, wie der Hannoversche Schweißhund oder der Bayerische Gebirgsschweißhund, werden ganz gezielt dafür gezüchtet und ausgebildet, diesen Schweiß auf dem Waldboden zu finden.

Die Hunde absolvieren eine fast zweijährige Ausbildung, werden auf Herz und Nieren geprüft und erst dann auf die Wildbahn „losgelassen”. Petermann: „Bei all dem spielt natürlich auch der Gehorsam eine wichtige Rolle. Der muss sitzen, bevor unsere Hunde an das Wild geführt werden.“ Wichtig sei auch ein gutes Wesen: „Was nützt uns ein Jagdhund, der zwar jedes Wild findet, dann aber niemanden in seine Nähe mehr lässt?“

Im Rahmenprogramm präsentierten Mitglieder der DRK-Rettungshundestaffel Ausbildung und Arbeit ihrer Hunde. Das Jagdhornbläserkorps Wilgersdorf hatte eigens für diese Veranstaltung eine Ballade eingeübt, die Kreisjagdberater Martin Kindig als Vorleser begleitete.