Interkommunales Konzept muss her

Bildungspolitik im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit. Mit und in großer Sorge beobachte ich die große Problematik in der Bildungslandschaft unserer drei Kommunen vor dem Hintergrund der sicherlich vorhandenen Finanzknappheit, des demografischen Wandels, des stetigen Zuzugs von ausländischen Mitbürgern, die in die bestehenden Bildungseinrichtungen integriert werden müssen und des pädagogischen Niveauverlusts an und in den bestehen Bildungseinrichtungen bezüglich der Leistungsqualität.

Was die Absenkung des Leistungsniveaus aufgrund fehlender bildungspolitischer dringend notwendiger Innovationen betrifft, sind ihnen (die Bürgermeister der Kommunen Burbach, Neunkirchen und Wilnsdorf, d. Red.) wenige Möglichkeiten gegeben. Das muss dringend meines Erachtens auf Bundesebene geschehen. Wir brauchen ein verbindliches differenziertes Qualitätsmanagement einheitlich für die gesamte Bundesrepublik in Absprache mit unseren europäischen Nachbarn. Zukunftsmusik, aber notwendig.

Was Sie jedoch in Ihrer Zuständigkeit anstreben sollten, wäre ein interkommunales Gesamtkonzept für die bestehende Bildungslandschaft im südlichen Siegerland, unabhängig von der Kreisstadt Siegen. Folgende Modelle für den SI- und SII- Bereich sind meine Erachtens denkbar:


1. Gesamtschule in Burbach

Realschulverbund Neunkirchen- Wilnsdorf oder Fortbestand der jeweiligen Realschulen;

Gymnasien in Neunkirchen und Wilnsdorf, evtl. mit unterschiedlichem Profil;

Privatschule in Neunkirchen Schwerpunkt Naturwissenschaften incl. Informatik.


2. Gesamtschule in Burbach

Realgymnasien in Neunkirchen und Wilnsdorf mit jeweils unterschiedlichen Profilen.

Damit wäre für alle Schüler ein Angebot vorhanden, was in differenzierter Art und Weise ihren individuellen Möglichkeiten entspricht und alle Abschlüsse ermöglicht.

Für den Grundschulbereich sollten dringend die Weichen für Primusschulen gestellt werden. Die Diskussion in Neunkirchen macht dies mehr als deutlich. Eine engstirnige auf unbedingten Erhalt des Vorhandenen gerichtete Politik ohne weitläufigen und zukunftsweisenden Blick ist wenig dienlich.


Nicht allein die Größe oder der Standort sind entscheidend, sondern zukunftsfähige und innovative Modelle müssen im Rahmen bestehender und zukünftig finanzpolitischer Möglichkeiten jetzt diskutiert werden. Dabei kann sehr hilfreich sein, dass eine gute Schule, egal welcher Schulform, sich noch immer und letztendlich durch gute Schulleitungen und Lehrpersonal auszeichnet. Deshalb kann und muss jetzt auch diese bildungspolitisch notwendige Arbeit in erster Linie von diesem Fachpersonal erarbeitet werden, begleitet von fachkundigen Eltern, sachkundigen Bürgern und verwaltungskompetenten Politikern. Nicht jeder Politiker, der einmal eine Schulbank gedrückt hat, ist schon ein Bildungspolitiker.

Die Zeit drängt. Nur durch interkommunale Zusammenarbeit lässt sich diese Mammutaufgabe schultern, Machtinteressen sind hier wenig dienlich.