Interesse an Hilchenbacher Stadtgeschichte nimmt weiter zu
24.02.2008 | 14:07 Uhr 2008-02-24T14:07:00+0100
Ob Hexenverfolgung oder Familiengeschichte, Tierschützer Carl Kraemer und das Schächten oder die Flurbereinigung in Helberhausen: Der Wissensdurst nach Stadtgeschichte wird größer.
Neben etwa 600 kleineren Auskünften bearbeitete Stadtarchivar Reinhard Gämlich im vergangenen Jahr 147 umfangreichere Anfragen (2006: 91). Elf Kunden des Stadtarchivs (2006: 6) stellten sogar einen Benutzerantrag, um selbst aufwändigere Recherchen in den insgesamt 16 verschiedenen Beständen des Stadtarchivs vorzunehmen. Besonders typisch für die Anliegen an Reinhard Gämlich ist neben den Familienforschungen, dass lokale Vereine gerne das Stadtarchiv nutzen, um zum Beispiel Festbücher zu erstellen, wie dies im vergangenen Jahr die Freiwillige Feuerwehr Müsen im Hinblick auf ihr 125-jähriges Bestehen (1883 bis 2008) in diesem Jahr getan hat. Ein besonders herausragendes Erlebnis war für Reinhard Gämlich 2007 die Archivforschung im Rahmen der Werkstatt „Hilchenbacher Frauengeschichte” durch Barbara Ladda-Zunk. Die intensive Recherche brachte eine kleine Sensation ans Tageslicht: Neben dem bisher einzigen bekannten Ehrenbürger Wilhelm Münker entdeckten Barbara Ladda-Zunk und Reinhard Gämlich noch zwei weitere Personen, die bereits zuvor von der Gemeinde Dahlbruch zu Ehrenbürgerin und Ehrenbürger ernannt worden waren: Polexine Wurmbach und Friedrich Anton Sapp. „So trägt das Stadtarchiv manchmal eben auch dazu bei, dass Geschichte ganz neu geschrieben werden muss”, freut sich Reinhard Gämlich über die unerwartete Entdeckung. Zu den neuen Errungenschaften gehörten 2007 unter anderem 429 Bücher, die Reinhard Gämlich aus der Lehrerbibliothek des aufzulösenden Jung-Stilling-Gymnasiums übernehmen konnte. Darunter „Das Jung-Stilling-Denkmal in Hilchenbach” von 1871, das einen Original-Brief von Johann Heinrich Jung-Stilling vom 28. Juli 1803 enthielt sowie ein ärztliches Rezept vom 15. August 1803, mit dem Salbe verschrieben wurde. Ende 2006 standen Reinhard Gämlich nur noch 69,20 freie Regalmeter zur Verfügung. Nachdem bereits zu Beginn des Jahres eine Kellerwand weichen musste, wurde im Oktober 2007 mit Unterstützung des Westfälischen Archivamtes in Münster und der Stadtsparkasse Hilchenbach ein neues Bodenstandregal gekauft, das Platz für weitere 56,16 laufende Regalmeter bietet. Damit stehen dem Stadtarchiv nun insgesamt 1 114,42 Regalmeter zur Verfügung. Davon waren am Jahresende über 90 Prozent belegt. 107,68 laufende Regalmeter (9,66 Prozent) stehen als Reserve zur Verfügung.
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