Infos über Widkraft-Pläne in Werthenbach

Windrad-Visualisierung: Blick von der Hainchener Kampenstraße auf den Hellerkopf.
Windrad-Visualisierung: Blick von der Hainchener Kampenstraße auf den Hellerkopf.
Foto: CUBE Engineering GmbH
Was wir bereits wissen
Die Planung für Windkraft-Konzentrationszonen bietet weiter Diskussionsstoff. Ortsbürgermeister Rainer Berlet hat die Werthenbacher für Donnerstag, 5. März, 19 Uhr, zur Bürgerversammlung eingeladen.

Netphen..  Die Planung für Windkraft-Konzentrationszonen bietet weiter Diskussionsstoff. Ortsbürgermeister Rainer Berlet hat die Werthenbacher für Donnerstag, 5. März, 19 Uhr, zur Bürgerversammlung eingeladen, in der natürlich auch der aktuelle Planungsstand für den Hellerkopf auf der Tagesordnung steht.

Nachdem der Stadtentwicklungsausschuss sich mit großer Mehrheit für einen städtischen Wind-Flächennutzungsplan ausgesprochen hatte, läuft nun das formelle Beteiligungsverfahren. Informationsveranstaltungen sind für den 14. und den 16. April geplant: auf der Siegtal-Seite in der Nenkersdorfer Siegtalhalle, auf der Werthe-Seite nicht etwa in Werthenbach, wo sich von Anfang an massiver Widerstand formiert hat, sondern in der Kulturbegegnungsstätte an der Johannlandschule im Nachbarort Hainchen. „Weil wir in Werthenbach keine Halle haben“, begründet Bau-Fachbereichsleiter Erwin Rahrbach die Wahl des Veranstaltungsorts. Mit großem Andrang wird auf jeden Fall gerechnet.

Netphen als Vorreiter

Die Stadt Netphen hat sich entschieden, nicht die umstrittene Regionalplanung abzuwarten, in der Windkraft-Vorranggebiete vorgesehen sind, die von den in den Städten und Gemeinden vorgeplanten Standorten mehr oder weniger deutlich abweichen. Sollte Arnsberg den Regionalplan durchsetzen, käme es zum Konflikt mit den Kommunen — womit allerdings angesichts von mehr als 15 000 vorgelegten Einwendungen nicht mehr ernsthaft gerechnet wird. Bei längerem Abwarten hätte Netphen allerdings keine wirksame Windkraftzone mehr; Investoren hätten dann Baurecht an beliebigen Standorten.

Dieses Problem teilt Netphen mit einer Reihe von Nachbargemeinden, die sich zu einem ähnlichen Vorgehen entschieden haben. „Im Siegerland wird die Bezirksregierung weitgehend vor vollendete Tatsachen gestellt“, kommentiert Erwin Rahrbach die überall nun ziemlich eilig wieder aufgenommene Planung, „da war Netphen Vorreiter.“ In Salchendorf hat Netphen derzeit noch einen Standort im Angebot, der vor Gericht mangels ausreichendem Abstand zur Wohnbebauung kaum Bestand haben würde. In Hilchenbach wäre heute — wie berichtet — noch nicht einmal mehr der Vorzeige-Windpark auf der Lümke genehmigungsfähig, weil inzwischen auch die erweiterte Wasserschutzzone der Breitenbach-Talsperre als Tabugebiet gilt.

Warten auf die Hessen-Pläne

Windrad-Pläne waren am Donnerstagabend auch Thema auf der Bürgerversammlung in Hainchen. Dort ging es nicht nur um den Standort auf dem Hellerkopf, der auch von Hainchen aus sichtbar ist. Sondern auch um das Vorhaben auf dem Gebiet der hessischen Nachbargemeinde Diezhölztal, die die Pläne eines Investors unterstützt, zwölf Windkraftanlagen auf der Haincher Höhe zu errichten — ob direkt auf der dem Siegerland zugewandten Seite, ist offen. „Wir kennen die genauen Standorte nicht“, sagt Fachbereichsleiter Erwin Rahrbach. In solch exponierter Anlage wären die bis zu 200 Meter hohen Windräder weithin sichtbar, schätzt Rahrbach, für das Landschaftsbild seien diese „natürlich sehr prägend“.

Geplant wird von der Bezirksregierung Gießen, die die ursprünglich vorgesehene Fläche bereits verkleinert und den Abstand zur Wohnbebauung von 600 auf die auch in der Netphener Planung angewandten 1000 Meter vergrößert hat. Derzeit laufen naturschutzfachliche Untersuchungen. Berücksichtigt werden muss auch, dass das Areal Vogelschutzgebiet ist. Der Teilregionalplan Energie Mittelhessen ist bisher noch nicht offengelegt. Erst wenn das Beteiligungsverfahren läuft, so Bau-Fachbereichsleiter Rahrbach, „haben wir Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.“