Industriegeschichte im Fokus

Stellen ihr neues Buch vor: Prof. Dr. Manfred Rasch undAlexander Fischbach vor den rund 70 Zuhörern in der Weißen Villa
Stellen ihr neues Buch vor: Prof. Dr. Manfred Rasch undAlexander Fischbach vor den rund 70 Zuhörern in der Weißen Villa
Foto: Stadt Kreuztal
Was wir bereits wissen
Veranstaltungsreihe startet mit „Siegerland – Eine Montanregion im Wandel“. Gleichnamiges Buch zieht Bogen vom Hauberg zum Holzkohlenmeiler

Kreuztal..  Eine historische Reihe beleuchtet derzeit die Industriegeschichte der Stadt Kreuztal. Den Auftakt machte jetzt ein Vortrag zum Thema „Siegerland – Eine Montanregion im Wandel“. Rund 70 Zuhörer waren in den großen Saal der Weißen Villa zur Buchvorstellung von Prof. Dr. Manfred Rasch gekommen. Prof. Rasch ist Leiter des Thyssen-Krupp-Konzernarchivs in Duisburg und Herausgeber des Buchs „Siegerland – Eine Montanregion im Wandel“. Gezeigt wurde außerdem der Film „Der Eisenwald“ durch Alexander Fischbach von Mundus-TV.

Elf Veranstaltungen folgen

Es war die erste von insgesamt zwölf Vortrags- und Veranstaltungsreihen, die die Kreuztaler Industriegeschichte im Rahmen des Regionale-Projektes „Eisenstraße Südwestfalen“ beleuchtet. Elf weitere werden folgen, wobei es bereits am Samstag, 25. April, mit einer Exkursion durch die „Hohlwege und die Landwehr am Müsener Schlag“ weitergeht. Geleitet wird die Reihe durch den Siegener Historiker Dr. Andreas Bingener.

Michael Häusig von der Stabstelle Wirtschaftsförderung und Tourismus der Stadt Kreuztal erläuterte den Besuchern, dass Kreuztal seit 2011 zu den 16 Kommunen in Südwestfalen gehört, die unter dem Dachverband „WasserEisenLand – Industriekultur in Südwestfalen“ Anrainer der touristischen Erlebnisroute „Eisenstraße Südwestfalen“ sind. Gemeinsames Ziel sei es, an die industrielle Vergangenheit zu erinnern, junge Menschen für Technik zu begeistern und den heutigen, modernen Wirtschaftsraum vorzustellen. Zwischen dem nördlichen Kreis Altenkirchen bis nach Ennepetal/Iserlohn werden Informationen zu Orten mit industrieller Bedeutung, zu herausragenden Persönlichkeiten der Industriegeschichte, zu Sagen und Anekdoten und Angeboten für Familien gegeben. In Arbeit ist ein Industriekulturporträt der beteiligten Städte und Gemeinden

Mit der Vorstellung des Buches „Siegerland – Montanregion im Wandel“ begann der Herausgeber Prof. Rasch den Abend. Er erläuterte, dass nicht nur die Wirtschafts- und Technik-Geschichte in dem Band ihre Berücksichtigung gefunden habe, sondern auch auf die politischen wie konzeptionellen Hintergründe eingegangen werde. So werde beispielsweise der Bogen vom Hauberg zum Holzkohlenmeiler und vom Wertpapier zur Industriefasse gespannt“.

Entsetzte Siegener Industrielle

Ergänzt wurde der Vortrag durch Alexander Fischbach von Mundus-TV, der den restaurierten Film „Der Eisenwald“ vorführte. Er ist ein kulturhistorisches Zeugnis über die Lebens- und Arbeitswelt im Siegerland der frühen 50er Jahre. Fischbach ging auch auf die Entstehungsgeschichte des Films ein. Das Budget für die Erstellung des Films lag bei 100 000 Mark. In den frühen 50er Jahren eine stolze Summe. Die Siegerländer Industrie war mit dem Ergebnis indes nicht zufrieden und wollte ihn verbieten lassen. Er wurde als Beispiel für Rückständigkeit wahrgenommen. Die Filmanstalt ließ sich nicht beirren und zog das Projekt durch.

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