In Krombach geht es endlich rund

Der Minikreisel soll die Häufung von Unfällen an der Einmündung L 729/B 517 beenden. Für Fußgänger sind auf allen drei „Ästen“  Überwege angelegt worden.
Der Minikreisel soll die Häufung von Unfällen an der Einmündung L 729/B 517 beenden. Für Fußgänger sind auf allen drei „Ästen“ Überwege angelegt worden.
Foto: WP

Krombach..  Rumms, donnert der Lastzug über die Bordsteine. „Das musste doch jetzt nicht sein.“ Fast scheint es, als wäre Eberhard Zimmerschied ein wenig verärgert über die Vorführung des Lkw-Fahrers vor den Augen der Verkehrskommission, die den neuen Minikreisel kurz vor der Freigabe ein letztes Mal inspiziert. „Wenn man vernünftig fährt, dann klappt das auch“, sagt der Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr beim Landesbetrieb Straßenbau.

Noch einmal wird das nicht passieren. Denn bald werden rot-weiße Pfosten werden Fahrbahn und Gehweg in Zukunft deutlich von­einander abgrenzen. „Dann holen die Fahrer weiter aus“, sagt Josef Wenzel von der Verkehrskommission der Stadt. Über die Mitte fahren dürfen die schweren Laster schließlich — dafür ist der Kreisel so gebaut. Dass man auch links an der Verkehrsinsel vorbeifahren kann, demonstriert sodann der Fahrer eines Gelenkbusse. Auf die blauen Schilder mit dem weißen, von links oben nach rechts unten weisenden Pfeil wurde verzichtet, der Überfahrbarkeit wegen.

Lange Bau-Geschichte

Der Minikreisel in Krombach ist einer von nunmehr zwölf in Siegen-Wittgenstein und Olpe, genauso gut wie die echten großen Kreisverkehre mit mindestens 26 Metern Durchmesser, sagt Eberhard Zimmerschied. Der Unterschied: Die kleinen Kreisel sind überfahrbar, wichtig für den hier hohen Lkw-Anteil von bis zu acht Prozent. Das rote Pflaster in der Mitte ist übrigens keins — nur bemalter Asphalt. „Wir haben uns große Mühe gegeben“, sagt Zimmerschied. Auch mit der Barrierefreiheit der drei Zebrastreifen und ihrer Ausleuchtung.

11 500 Fahrzeuge täglich befahren den Knoten Richtung Krombacher Höhe, Littfeld oder Kreuztal. Nach elf Unfällen mit acht Verletzten in zwei Jahren hatte die Verkehrskommission Alarm geschlagen: Weil der Platz nicht für den großen Kreisel und schon gar nicht für die Ampeleinmündung mit Abbiegespuren reichte, kam es zu der Mini-Lösung. Für den Sommer 2014 war der Baubeginn geplant, die Fertigstellung am liebsten vor dem Winter.

Es kam dann anders: Wegen ­ Leitungsverlegungen ging es erst im November los. „Winterfest“ machen dürfen hätte der Landesbetrieb die Baustelle nur, wenn der Knoten dazu voll gesperrt worden wäre — so wollte es die Arbeitsschutzverwaltung. Weil das nicht ging, blieb den Krombachern der einspurig geführte, vor Baustellenampeln wartende Verkehr auch über den Winter erhalten, als nicht gearbeitet wurde. Jetzt ist wieder freie Fahrt ohne Ampeln, nach nur zwei Wochenenden mit Vollsperrungen. „Das war schon eine Leistung, das immer unter Verkehr abzuwickeln“, sagt Eberhard Zimmerschied. 2014 sind hier bei vier Unfällen wieder zwei Menschen verletzt worden. Dass in Zukunft gar nichts mehr passiert, will auch Josef Wenzel nicht garantieren. Wegen der niedrigeren Geschwindigkeiten „wird das aber nicht so schwerwiegende Folgen haben“.

355 000 Euro hat der Minikreisel gekostet. Er hat einen Außendurchmesser von 20 Metern. Die Kreisinsel (Durchmesser: acht Meter) darf vom Schwerlastverkehr, aber nicht von Pkw überfahren werden.

Weitere Baustellen in Sicht

Im Littfetal darf jetzt verschnauft werden. Aber nur kurz: Auf der B 517 nach Littfeld ist möglicherweise ab Ende 2016 der erste Bauabschnitt an der Reihe. Und dann geht es auch in Eichen los: 2016 mit der neuen Littfebrücke, danach mit der Eisenbahnbrücke und dem Tunnel vom Bahnhof zum TKS-Werksgelände.