IG Metall Siegen geht von Warnstreiks aus

Die Tarifverhandlungen in der NRW-Metall- und Elektroindustrie beginnen am 15. Januar im Haus Patmos.
Die Tarifverhandlungen in der NRW-Metall- und Elektroindustrie beginnen am 15. Januar im Haus Patmos.
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Die kommenden Tarifverhandlungen in der NRW-Metall- und Elektroindustrie gehören in die Kategorie „schwierig“.

Siegen..  Davon ist Hartwig Durt, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Siegen, überzeugt: „Ich glaube wir werden warnstreiken müssen“, sagte er am Freitag. „Die Arbeitgeber wollen uns testen.“

Blick nach vorn

Die Forderungen der Gewerkschaft: Entgelt- und Ausbildungsvergütungen sollen um 5,5 Prozent steigen. Zudem muss ein neuer Tarifvertrag zur Altersteilzeit her. Der alte läuft zum 31. März aus. Das Ziel ist diesmal, auch diejenigen früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden zu lassen, die bisher nicht allzu üppig verdient haben: „Wir brauchen eine Altersteilzeit, die sich auch die unteren Entgeltgruppen leisten können“, betonte der Gewerkschafter.

Neues Thema auf der Agenda der Metaller ist ein Tarifvertrag Bildungsteilzeit. Damit will die Arbeitnehmervertretung „den verbindlichen Rechtsanspruch des einzelnen Beschäftigten festschreiben“. Und zwar darauf, sich beruflich weiterzuqualifizieren. Zwei Jahre lang soll der Arbeitnehmer voll arbeiten und dafür zwei Drittel seines Lohns erhalten – „mit Aufstockung des Arbeitgebers“, so Hartwig Durt.

Danach steht die Weiterbildung zum Meister, Techniker, Betriebswirt und dergleichen an, in Vollzeit. „Das wird ganz, ganz schwer“ durchzusetzen, prophezeit der Gewerkschaftschef mit Blick auf die Verhandlungen. Runde zwei ist am Dienstag, 27. Januar. Zwei Hallen für Streikkundgebungen seien bereits gemietet. Die Termine indes wollte er noch nicht bekannt geben.

Blick zurück

2014 ist aus Sicht der IG Metall ein überaus erfolgreiches Jahr gewesen. Mehr als 25 300 Mitglieder zählt die Gewerkschaft in Siegen-Wittgenstein. So viele Beschäftigte sind noch nie zuvor unter den großen drei Buchstaben an der Donnerscheidstraße organisiert gewesen. 1120 Neuaufnahmen verzeichnete die Verwaltungsstelle im Jahr 2014. 65 Prozent der Mitarbeiter im Zuständigkeitsbereich haben einen Mitgliedsausweis im Portemonnaie. Bei den Azubis liegt der Organisationsgrad bei 90 Prozent.

Nach den Betriebsratswahlen in 190 Unternehmen verfügen laut Gewerkschaftsangaben 90 Prozent der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei Eisen und Stahl über eine betriebliche Interessenvertretung.

Konkurrenz auf dem Gewerkschaftsmarkt hat die IG Metall in ihrem Zuständigkeitsbereich laut Hartwig Durt nicht zu fürchten: 85 Prozent der Betriebsratsfunktionäre seien Mitglied der IG Metall, „90 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden sind in der Gewerkschaft organisiert“.