Hunde-Kita als Marktlücke entdeckt

Siegen..  Die Schüler sind im Stress. Der Businessplan und die Präsentation müssen schnell fertig werden. Das Berufskolleg „Wirtschaft und Verwaltung“ nimmt zum wiederholten Mal mit zwei Teams am Wettbewerb „Vom Schüler zum Chef“ teil.

Die Schüler sollen selbstständig businessfähige Ideen und Konzepte entwickeln, die theoretisch durchführbar wären. Sie werden lediglich von Fachlehrern und von Studenten der Siegener Universität unterstützt. Ziel des Projekts ist es, den Schülern den Weg von der Idee zu einem fertigen und umsetzbaren Konzept zu vermitteln.

Echte Nische: Hunde-Kita

Die Teams strukturieren ihre Arbeit und Aufgaben wie in einem kleinem Unternehmen. Eine Abteilung ist für das Marketing verantwortlich, eine andere für das Produkt. Die Gruppen arbeiten parallel, die Ergebnisse werden später in einer Gruppendiskussion zusammengetragen und ein Businessplan entwickelt. Die Ideen werden am heutigen Donnerstag bei einer Messe im Siegener Lyz vorgestellt und von einer Jury bewertet.

Die Teams erarbeiteten unterschiedliche Konzepte. Die Schüler, die die allgemeine Hochschulreife anstreben, entwickelten ein Konzept für eine „Hunde-Kita“ über einen Zeitraum von einem Halbjahr. „Wir haben nach einer Marktlücke hier in Siegen gesucht. Dabei ist uns aufgefallen, dass es hier viele Hunde gibt, aber wenige Besitzer Zeit für die Tiere haben, da sie zur Schule gehen oder studieren“, erklärt Josi Parroco Mendez (21) aus Siegen. „Deshalb entwickelten wir ein Konzept zur Betreuung der Hunde über den Tag hinweg.“ Sie ist der stellvertretende Kopf des Teams. Um ein solches Angebot publik zu machen, kreierte das Team auch eine Facebookseite und Flyer.

„Ich war überrascht, wie kreativ die Schüler sind. Am Anfang hatten sie gar keine Ideen – und jetzt steht ein fertiges Konzept“ meint Brigitte Seidel (24), Studentin auf Lehramt Deutsch und Wirtschaftswissenschaften. Das Projekt ist ein Studiumpraktikum der Studenten. Sie unterstützen die Schüler bei ihren Konzepten und helfen bei der Erarbeitung des Businessplans.

Strohhalm warnt vor Drogen

Die Schüler des zweiten Teams, der höheren Handelsschule, gehen den Endspurt entspannt an. Sie sind fast fertig und korriegieren nur noch letzte Fehler. Sie entwickelten die Idee eines Strohalms, der als Drogentest fungiert. „Am Anfang haben wir viele Vorschläge gesammelt, die Nutzen für die Gesellschaft und für uns haben“, berichtet Alexander Jung (17) aus Wilgersdorf. „Zum Schluss haben wir uns dann auf den Strohalm, der zum Beispiel Partygänger vor Drogen oder K.O.-Tropfen warnt, entschieden.“

Die Teams gehen optimistisch, aber aufgeregt in den Wettbewerb. Sie sind von ihren Konzepten überzeugt und freuen sich auf die Präsentation.